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04.01.2024

Schutzkonzepte in der Pflegekinderhilfe § 37b SGB VIII

Ende Dezember wurden die "Fachlichen Empfehlungen Schutzkonzepte in der Pflegekinderhilfe gemäß § 37 Abs. 1 SGB VIII" veröffentlicht, welche der Bayerischen Landesjugendhilfeausschuss in seiner 156. Plenumssitzung am 15. November 2023 einstimmig beschlossen hat.

Die fachlichen Empfehlungen wurden in Zusammenarbeit von Vertreterinnen und Vertretern des Bayerischen Staatsministeriums für Familie, Arbeit und Soziales, des ZBFS – Bayerisches Landesjugendamt, der Träger der öffentlichen und der freien Kinder- und Jugendhilfe in Bayern, der Interessenvertretung der Pflegeeltern und der Wissenschaft erarbeitet.

Auszüge aus der Einleitung der Empfehlungen

[....] Die vorliegenden fachlichen Empfehlungen des Bayerischen Landesjugendhilfeausschusses sollen den Jugendämtern als Orientierungs- und Arbeitshilfe bei der Sicherstellung des Kindeswohls in Pflegeverhältnissen und der Umsetzung von Schutzkonzepten in Pflegeverhältnissen gemäß § 37b Abs. 1 SGB VIII dienen. Dies gilt sowohl für den eigenen Verantwortungsbereich des Jugendamts bzw. Pflegekinderdienstes als auch für die Aufgabenübertragung an freie Träger im Kontext von Pflegeverhältnissen gemäß § 33 SGB VIII und § 44 SGB VIII.

Die fachlichen Empfehlungen

• beschreiben die aktuellen gesetzlichen Grundlagen und die daraus resultierenden Qualitätsanforderungen bei der Erstellung und Umsetzung von Schutzkonzepten gemäß § 37b Abs. 1 SGB VIII,

• unterstreichen das Recht auf Beteiligung der jungen Menschen in Pflegeverhältnissen sowie die Bedeutung der Einbeziehung der Herkunftseltern,

• nehmen im Sinne einer inklusiv ausgerichteten Kinder- und Jugendhilfe spezifische Gefährdungspotenziale und Schutzbedürfnisse junger Menschen mit Behinderung in den Fokus und 

• betonen die Notwendigkeit der strukturellen und fallbezogenen Kooperation mit Netzwerkpartnerinnen und Netzwerkpartnern zur Sicherstellung eines wirksamen Schutzkonzepts in Pflegeverhältnissen.

Im Grundsatzkapitel (Kapitel 1) widmen sich die Handlungsempfehlungen zunächst den Rechtsgrundlagen, der Form und Kontextualisierung sowie weiteren übergreifenden Dimensionen von Schutzkonzepten in der Pflegekinderhilfe, wie den Rechten und der Beteiligung junger Menschen, spezifischen Gefährdungsaspekten in Pflegeverhältnissen und in unterschiedlichen Pflegeformen, den besonderen Bedarfen junger Menschen mit Behinderungen sowie den Themen „Qualitätsentwicklung“, „Dokumentation“ und „Datenschutz“.

Darauf aufbauend finden sich in den Folgekapiteln – ausgerichtet an den Handlungsabläufen im Pflegekinderdienst bzw. Jugendamt – die Beschreibung der vier Bausteine eines Schutzkonzepts (vgl. hierzu auch Fegert et al., 2022, S. 181)

• Gewinnung und Vorbereitung der Pflegepersonen,

• Vermittlung und Prävention,

• Intervention,

• Aufarbeitung.

Diese vier Bausteine differenzieren in ihrer Beschreibung der Standards und Handlungsabläufe nach den Ebenen

• des Pflegekinderdienstes,

• des Pflegekindes,

• der Pflegepersonen,

• der Herkunftseltern,

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