Sie sind hier

02.05.2022
Nachricht aus Hochschule und Forschung

Fokus JA

Projekt „FokusJA“ ermöglicht einen partizipativen Wissenstransfer zu Kooperation, Hilfeplanung und Schutzkonzepten in der öffentlichen Kinder- und Jugendhilfe. Die Hochschule Hannover, die Westfälische Wilhelms-Universität Münster und die Stiftung Universität Hildesheim forschen gemeinsam für besseren Wissenstransfer zu Kooperation, Hilfeplanung und Schutzkonzepten im Rahmen von sexualisierter Gewalt.

Aus der Mitteilung der Hochschule Hannover vom März 2022

Sexualisierte Gewalt stellt eine sehr spezifische Herausforderung des Kinderschutzes dar. Die entsprechende Bearbeitung solcher Fälle erfordert bestimmte Kompetenzen, Qualifikationen und Strukturen. Daher forschen die Hochschule Hannover (HsH), die Westfälische Wilhelms-Universität Münster und die Stiftung Universität Hildesheim gemeinsam für einen besseren Wissenstransfer in der Kinder- und Jugendhilfe. Unter dem Titel „Fokus Jugendamt – Partizipativer Wissenstransfer zu Kooperation, Hilfeplanung und Schutzkonzepten in der öffentlichen Kinder- und Jugendhilfe“ startete das Gesamtprojekt im Oktober 2021. Konkrete Ziele sind die Sensibilisierung für Hinweise auf sexualisierte Gewalt in allen Zuständigkeitsbereichen des Jugendamtes sowie die dezidierte Stärkung der Handlungskompetenz von Fachkräften im Jugendamt. Zudem verfolgt das Projekt die Generierung praxisnaher und bedarfsgerechter Wissensbestände, die Weiterentwicklung organisationaler Strukturen sowie die Etablierung eigenständiger Qualitätsstandards.

In der Forschung zum Bereich des Jugendamtes besteht aktuell noch eine Wissenslücke, welche das Projekt „FokusJA“ schließen kann. Im Teilprojekt „Hilfeplanung“ fokussieren Wissenschaftler*innen der HsH insbesondere die Qualifizierung von Hilfeplanung der Jugendämter im Kontext der Bearbeitung von Fällen sexualisierter Gewalt.

„Nicht zuletzt durch öffentlich bekannt gewordene Fälle von sexualisierter Gewalt sind Jugendämter weiter in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Sie stellen aber einen zentralen Knotenpunkt der sozialen Infrastruktur dar. Hier setzt das Forschungs- und Transferprojekt an“, so Prof. Dr. Martin Wazlawik, der das Teilprojekt der HsH leitet.

Angesiedelt ist das Projekt an der Hochschule Hannover an der Fakultät V – Diakonie, Gesundheit und Soziales in der Abteilung Soziale Arbeit. Bis Ende September 2024 ist das Projekt geplant. Es soll diverse Lücken innerhalb der Forschung zu sexualisierter Gewalt, in der die Rolle des Jugendamtes bislang kaum dezidiert untersucht wurde, schließen. Gleichzeitig sind zahlreiche Anschlüsse an den allgemeinen Forschungsdiskurs zu den Kontexten Jugendamt, Schutzkonzepte und Kinderschutz zu erwarten. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung übernimmt die Förderung durch Drittmittel.

Das könnte Sie auch interessieren

Nachricht aus Hochschule und Forschung

Abschlussbericht der Kentler-Studie zur Unterbringung von Pflegekindern bei pädophilen Pflegevätern

Sandra Scheeres, Senatorin für Bildung, Jugend und Familie, und das Wissenschaftsteam der Universität Hildesheim – Prof. Dr. Meike Baader, Prof. Dr. Wolfgang Schröer, Dr. Julia Schröder sowie Dr. Carolin Oppermann – haben heute den Abschlussbericht der Universität Hildesheim zum Wirken von Helmut Kentler in der Berliner öffentlichen Kinder- und Jugendhilfe vorgestellt. Hintergrund sind Kentlers Initiativen zur Einrichtung von Pflegestellen bei pädophilen, auch wegen Sexualdelikten vorbestraften Männern ab Ende der 1960er bis zu Beginn der 2000er Jahre.
Fachartikel

von:

Grenzverletzungen durch digitale Medien

Sexualisierte Grenzverletzungen und Gewalt mittels digitaler Medien. Wir alle nutzen digitale Medien regelmäßig. Digitale Medien bergen unendliche Möglichkeiten, sowohl förderliche als auch beängstigende und gefährdende. Auf eine besondere Gefährdung macht der "Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Missbrauchs" aufmerksam.
Nachricht aus Hochschule und Forschung

von:

Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs zeigt: Die gesamte Gesellschaft muss Verantwortung übernehmen

Die Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs veröffentlicht den Bilanzbericht ihrer ersten Laufzeit
Bericht zur Veranstaltung

Der Runde Tisch gegen Missbrauch - Sendung des Deutschlandfunks als Podcast verfügbar

Am 30. September tagt in Berlin erneut der Runde Tisch Missbrauch. Im März hatte die Bundesregierung beschlossen ihn einzuberufen, nachdem zahlreiche Fälle von sexuellem Kindesmissbrauch die Öffentlichkeit erschüttert hatten. Sein Ziel: Kinder und Jugendliche sollen besser vor sexualisierter Gewalt geschützt werden. Seitdem ist ein halbes Jahr vergangen.
Arbeitspapier

Gegen sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen

Der Nationale Rat hat ein Arbeitspapier veröffentlicht, in dem die Arbeitsergebnisse seiner Arbeit zusammengefasst und Schwerpunkte erarbeitet wurden. Titel des Papiers "Gemeinsame Verständigung des Nationalen Rates gegen sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen". Der Nationale Rat gegen sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen ist rund zehn Jahre nach Einrichtung des Runden Tisches „Sexueller Kindesmissbrauch“ (2010/11) durch die Bundesregierung das Forum für den langfristigen und interdisziplinären Dialog zwischen Verantwortungsträgerinnen und -trägern aus Politik und Gesellschaft.
Nachricht aus Hochschule und Forschung

Forschungsprojekt zum Missbrauch von Kindern präsentiert Ergebnisse

Das Forschungsprojekt „MiKADO – Missbrauch von Kindern: Aetiologie, Dunkelfeld, Opfer“ an der Universität Regensburg ist abgeschlossen. Die Ergebnisse verdeutlichen das Ausmaß des Problems und die Notwendigkeit eines umfangreichen Maßnahmenpakets zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexuellen Übergriffen
Arbeitspapier

Staatliche Verantwortungsübernahme bei der Aufarbeitung von sexuellem Kindesmissbrauch

Der Unabhängige Beauftragte für Fragen des Sexuellen Kindesmissbrauchs hat das Positionspapier 2022 zur Staatlichen Verantwortungsübernahme bei der Aufarbeitung von sexuellem Kindesmissbrauchs - Bilanz und Ausblick - im Februar 2022 veröffentlicht. Darin wird darauf hingewiesen, dass die Diskussion der staatlichen Verantwortung gerade nach den kirchlichen Missbrauchsgutachten in München und Köln vehementer geführt wird.
Arbeitspapier

von:

Strafverfahren wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen

Im Fall von sexueller Gewalt bzw. dem Verdacht auf sexuelle Gewalt gegen ein Kind oder ein*e Jugendliche*n stellen sich für Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe in Bezug auf die Einleitung und den Ablauf eines Strafverfahrens zahlreiche Fragen. Das DIJuF hat auf Basis eines in seiner Fachzeitschrift 'Jugendamt' erscheinenden Artikels immer wiederkehrende Fragen und entsprechende Antworten zum Thema in einem Arbeitspapier zusammengefasst und auf seine Webseite gestellt.
Stellungnahme

Wuppertaler Appell an den "Runden Tisch sexueller Kindesmissbrauch"

Vom 23. - 25.4.2010 trafen sich in Wuppertal Experten aus dem gesamten Bundesgebiet und Österreich, die männliche Opfer sexualisierter Gewalt begleiten, beraten und zum Thema forschen. Sie fordern mehr qualifizierte Hilfen und veröffentlichten einen Appell
Bericht zur Veranstaltung

Sexuelle Gewalt in familiären Lebenswelten

Rückblick auf die 2. Jahreskonferenz der Kinderschutzzentren zum Thema "Sexuelle Gewalt in familiären Lebenswelten" vom 9. bis 10. Mai 2019 fand in München. Der Fokus des Kongresses lag auf den Ursachen, Dynamiken und Auswirkungen sexueller Gewalt innerhalb der Familie und der damit einhergehenden Scham und dem Unwohlsein, wenn es darum geht, dass die Gewalt von Kindern selbst ausgeht.