Sie sind hier

25.07.2022
Arbeitspapier

Der Verfahrenslotse gemäß § 10b SGB VIII - Impulse für die Anforderungen und Umsetzungen der neuen Aufgabe

Das zehnte Papier im Zyklus der IMPUL!SE der AFET - Bundesverband für Erziehungshilfe e.V. Das Papier setzt sich mit der neuen Aufgabe des Verfahrenslotsen auseinander, die ab dem 1. Januar 2024 vom Träger der örtlichen Jugendhilfe zu leisten ist.

Einführung des Arbeitspapiers

Das Kinder- und Jugendstärkungsgesetz (KJSG) schafft mit der Einführung des Verfahrenslotsen (*) eine gänzlich neue Aufgabe, die es bis spätestens zum 01.01.2024 seitens der örtlichen Träger der öffentlichen Jugendhilfe umzusetzen gilt. Damit wird der Beratungsanspruch gemäß § 10a SGB VIII für die Personengruppe der jungen Menschen mit (drohenden) Behinderungen und deren Familien erweitert. Die Umsetzung des Verfahrenslotsen fordert dem örtlichen Träger der öffentlichen Jugendhilfe die Anpassung und Neuausrichtung der Aufbau- und Ablauforganisation ab. Der folgende Impuls setzt sich mit den Anforderungen und Umsetzungsmöglichkeiten auseinander und versucht, erste Lösungsansätze, Ideen und Denkimpulse zu geben.

Schwerpunkte 

  1. Wie erfährt die Zielgruppe vom Angebot des Verfahrenslotsen?
  2. Welche Kompetenzen benötigen die Fachkräfte, die diese Aufgabe ausüben?
  3. Was bedeutet die Aufgabe gem. § 10b SGB VIII konkret für die Arbeit der Verfahrenslotsen im Einzelfall?
  4. Wie kann der Verfahrenslotse in der Aufgabe und der Organisation unabhängig wirken?
  5. Wie können die Aufgaben auf struktureller Ebene gem. § 10b Abs. 2 SGB VIII umgesetzt werden?
  6. Wie kann die Zusammenarbeit mit dem Träger der Eingliederungshilfe in bezug auf die Vorbereitung der inklusiven Lösung gestaltet werden?
  7. Wie kann das Berichtswesen aufgebaut und umgesetzt werden?
  8. Fragestellungen im Kontext der Berichterstattung
  9. Fazit

Fazit

Sowohl für den Bereich der Aufgaben im Einzelfall aber auch auf struktureller Ebene sind die Aufgaben des Verfahrenslotsen sowohl in Bezug auf die Anforderungen der Fachkräfte, aber auch in der infrastrukturellen Umsetzung für den örtlichen Träger der öffentlichen Jugendhilfe eine große Herausforderung. Dennoch ist es für die ratsuchenden Menschen und die Leistungsberechtigten zu begrüßen, durch den Verfahrenslotsen diese neue unabhängige Instanz zu schaffen. Zur weiteren Attraktivität der Aufgabe könnte die im Koalitionsvertrag angekündigte Entfristung der Aufgabe hilfreich sein. Kritisch bleibt die fehlende Verpflichtung im SGB IX für den Träger der Eingliederungshilfe, hier ist die Vorbereitung der inklusiven Lösung von fachlich und persönlich engagierten Mitarbeitenden und der Überzeugungskraft des Verfahrenslotsen abhängig.

Das könnte Sie auch interessieren

Arbeitspapier

Qualitätsanforderungen an die insoweit erfahrenen Fachkräfte

AFET hat das elfte Arbeitspapier im Rahmen seiner IMPUL!SE mit dem Thema "Qualitätsanforderungen an 'die insoweit erfahrene Fachkraft' nach den §§ 8a und 8b im SGB VIII und 4 KKG" veröffentlicht.
Arbeitspapier

von:

Spagat der Jugendämter

Zwischen Anforderungen des KJSG und den Möglichkeiten vor Ort

AFET-IMPUL!SE-Papier 13 mit der Frage: Ist das KJSG eine schwierige, aber zu leistende Herausforderung zum Wohle der Klient*innen oder der überlaufende Tropfen zur Überlastung öffentlicher Jugendhilfestrukturen?
Arbeitspapier

von:

Inklusive Jugendhilfeplanung - neuer Schwung durch das KJSG

AFET-IMPUL!SE-Papier Nr. 17. Die Perspektive einer inklusiven Kinder- und Jugendhilfe ist nicht nur auf der Ebene der konkreten Fallarbeit eine Herausforderung in den nächsten Jahren. Das Ziel, für alle Kinder- und Jugendlichen im Sozialraum passgenaue Hilfen zu ermöglichen, ist nur durch eine Strukturentwicklung auf der Ebene von Organisation(en) und Sozialraum zu erreichen.
Arbeitspapier

von:

Kleine Kinder in stationären Unterbringungen

Impul!se 4-2023 von AFET. Das Arbeitspapier beschäftigt sich mit der Frage: " 'Kleine Kinder in stationären Settings der Hilfen zur Erziehung - neue Impulse durch das KJSG?" Das Papier beschäftigt sich mit der Unterbringung junger Kinder in Heimeinrichtungen aufgrund fehlender Möglichkeiten der Unterbringung in Pflegefamilien.
Arbeitspapier

von:

Schulsozialarbeit - mit dem KJSG auf Erfolgskurs?

Impul!se-Papier 6/2023 des AFET-Bundesverbandes. Schulsozialarbeit ist ein stark wachsendes Handlungsfeld der Kinder- und Jugendhilfe. Mit der Hinzufügung des §13a SGB VIII - Schulsozialarbeit - durch das KJSG wurde dieser Bereich der sozialpädagogischen Arbeit verdeutlicht und rechtlich gefasst.
Stellungnahme

von:

„Große Lösung“ und Inklusion – eine Stellungnahme der Erziehungshilfefachverbände IGfH und AFET - Rückmeldungen

Ausgehend von der Stellungnahme der IGfH und des AFET wurden Fachleute von anderen Verbänden um Kommentierung und um ein Statement gebeten.
Bericht zur Veranstaltung

Öffentliche und freie Träger auf dem Weg zu praktikablen Beschwerdeverfahren in der Kinder- und Jugendhilfe

Der AFET Bundesverband für Erziehungshilfe e.V. hat Vorträge zu seiner Tagung vom September zu Beschwerdeverfahren in der Jugendhilfe veröffentlicht.
Positionspapier

Stellungnahme zur Abschaffung der Kostenheranziehung junger Menschen

Ein Zusammenschluss von Erziehungsfachverbänden in der Erziehungshilfe hat eine Stellungnahme zum Referentenentwurf der Regierung erarbeitet. Dieser Referententwurf sieht die Streichung der Kostenheranziehung junger Menschen in der Jugendhilfe zum 1. Jan. 2023 vor.
Arbeitspapier

AFET-Impulspapiere

AFET - Bundesverband für Erziehungshilfe e.V. hat bisher 27 Impulspapiere veröffentlicht. Diese Impulspapiere hat AFET nun in einen kostenlosen Online-Reader zusammengefasst.
Stellungnahme

von:

Stellungnahme der AFET zur geplanten Reform des Vormundschaftsgesetzes

Der Vorstand der AFET Bundesverband zur Erziehungshilfe e.V. hat Ende Februar eine Stellungnahme zum 2. Diskussionsteilentwurf des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz (Entwurf eines Gesetzes zur Reform des Vormundschaftsrechts) veröffentlicht. Hier geht es auch um die Frage der Zusammenarbeit des Vormundes mit den Pflegeeltern und angedachte Rechte und Positionen der Pflegeeltern.