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Erfolgsprojekt zur Unterstützung von Careleavern
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KLAGENFURT. Als Referentin für Kinder- und Jugendhilfe unterstrich Landesrätin Sara Schaar die Bedeutung der Unterstützung junger Menschen, die aus Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe in ein eigenständiges Leben übertreten müssen. Kärnten ist das einzige Bundesland in Österreich, das eigene Anlaufstellen für sogenannte Care Leaver in Klagenfurt und Villach eingerichtet hat, um diesen Übergang zu erleichtern. Dieses von der EU-Kommission als Best Practice Beispiel gelobte Erfolgsprojekt ist aus den Erkenntnissen und Erfahrungen eines gemeinsamen Projektes des Landes Kärnten, der Diakonie Kärnten und Partnern in der belgischen Region Flandern entstanden.
Care Leaver sind junge Erwachsene, die einen Teil ihres Lebens in öffentlicher Erziehung (u. a. Wohngruppen, Pflegefamilien) verbracht haben. Mit 18 bzw. spätestens 21 Jahren endet die Betreuung der Kinder- und Jugendhilfe und es steht plötzlich der Übergang in ein eigenständiges Leben an. Die umfassenden Angebote der Care Leaver-Anlaufstellen der Diakonie de La Tour in Klagenfurt und Villach sind in dieser Phase eine wichtige Unterstützung, die mittlerweile von 60 bis 70 Care Leavern laufend in Anspruch genommen wird. Seit dem offiziellen Start der Anlaufstellen Mitte 2022 konnten über 200 Personen begleitet werden.
„Die Forderung der Bundesländer liegt seit der letzten Konferenz in Kärnten am Tisch, die Zuständigkeit der Kinder- und Jugendhilfe muss auch wieder vom Bund ernst genommen werden und bundeseinheitlich geregelt werden, das sieht auch der Kärntner und bundesweite Dachverband der Kinder- und Jugendhilfe so. Dabei unterstützen wir die Forderung auf den Rechtsanspruch bis 24 Jahren der Care Leaver“, betont Schaar.
Die Kärntner Care Leaver-Anlaufstellen sind österreichweit einzigartig. Sie bieten nicht nur Beratung bzw. Begleitung in allen Lebensbereichen, sondern auch einen Begegnungsraum, in dem gemeinsame Aktivitäten, biografische Workshops und der Austausch unter Gleichgesinnten stattfinden. Begleitet werden die jungen Menschen schon vor ihrer Entlassung aus der Jugendhilfe in enger Kooperation mit den sozialpädagogischen Einrichtungen. „Das schafft Vertrauen und Sicherheit, denn die Herausforderungen sind groß – sei es bei der Wohnungssuche, im Umgang mit Finanzen oder in der Gestaltung sozialer Beziehungen“, so Schaar.
Da sich einerseits das Leistungsportfolio der Anlaufstellen ständig erweitert und andererseits die Nachfrage in der Art der benötigten Unterstützung verändert (z. B. mehr persönliche statt telefonische Kontakte, mehr Bedarf an nachgehender Begleitung), ist eine Aufstockung der Personalressourcen erfolgt.
„Unsere Care Leaver haben eine bewegte Geschichte, sie geben nicht auf, starten jeden Tag neu und haben persönliche Ziele und Perspektiven. Gemeinsam mit dem Land Kärnten schaffen wir es, die Phase des „Leaving Care“ immer besser zu gestalten“, so Matthias Liebenwein, Leiter des Bereichs Kind, Jugend & Familie der Diakonie de La Tour, der an der bundesweiten Forderung der Ausweitung des Rechtsanspruches für Care Leaver mitgearbeitet hat.
„Stolz sind wir auch, dass diese Tätigkeit aktuell im Rahmen einer Studie in Zusammenarbeit mit der Universität Klagenfurt evaluiert wird. Damit bekommen wir – wissenschaftlich fundiert – Antwort auf die Frage, wie unsere tägliche Arbeit wirkt und welche weiteren Erfordernisse es gibt, die es zu bewältigen gilt. Das Kärntner Care Leaver-Modell zeigt, wie wichtig diese Nachbetreuung ist.“, so Schaar.
Pressemitteilung vom 21. Februar 2025
Mehr zu den Care Leaver-Anlaufstellen und die informative Broschüre „Gebt den Care Leavern eine Stimme!“ finden Sie auf der u.a. Website der Diakonie.







