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25.04.2012
Forschungsbericht

Kinder und Multimedia: Wenn Multitasking auf die Leistung drückt

Zusammenfassung eines Forschungsberichtes der Techn. Hochschule Aachen.

Zusammenfassung eines Forschungsberichtes der Techn. Hochschule Aachen:

Das multimediale Multitasking der Kinder und Jugendlichen birgt Gefahren. Prof. Dr. Kerstin Konrad von der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen, spezialisiert auf dem Gebiet der Neuropsychologie im Kinder- und Jugendalter, gibt Informationen und Tipps.

Gefahren des Multitasking

Studien haben gezeigt, dass wir langsamer reagieren und mehr Fehler machen, wenn wir mehrere Tätigkeiten gleichzeitig ausführen oder zwischen mehreren Aufgaben wechseln müssen. Dies gilt für Kinder ganz besonders. Es kann auch zur erhöhten Ausschüttung von Stresshormonen kommen, die sich negativ aufs Lernen und auch auf die Gesundheit auswirken

Warnsignale von Multimedia

Wenn Kinder keine Lust mehr haben, sich mit anderen Kindern zu treffen und es bevorzugen, nur noch zu chatten, kann das ein Warnhinweis sein. Ebenso, wenn Kinder massive Problem haben sich zu konzentrieren, ein Buch zu lesen oder angefangene Aufgaben bis zu Ende auszuführen.
Medienkonsum: Grenzen setzen und helfen
Es sollten klare Regeln zur Dauer des Medienkonsums aufgestellt werden. Im Kinderzimmer sollte kein Fernsehgerät stehen. Hausaufgaben vor dem Fernseher sind tabu. Sport oder Spiel an der frischen Luft fördern. Wichtig für Eltern ist es auch, als Vorbild aufzutreten.

Massenmedium Fernsehen

Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien empfiehlt beim Thema Fernsehen: Kinder unter 3 Jahren sollten gar nicht fernsehen. Kinder im Alter von 4 bis 5 Jahren sollten maximal 30 Minuten täglich vor der Flimmerkiste sitzen, idealerweise zusammen mit einem Erwachsenen. 6- bis 9-Jährige dürfen maximal fünf Stunden pro Woche fernsehen, 10- bis 13-Jährige übernehmen immer mehr eigene Verantwortung. Sinnvoll ist ein Wochenbudget mit den Kindern zu vereinbaren und keine feste Zeit für einzelne Wochentage.

Nutzung des Internets

Verbringen Jugendliche sehr viel Zeit im Netz, so ist das laut Bundesprüfstelle noch kein Grund zur Sorge, wenn es sich nur um eine Phase handelt. Leiden aber echte soziale Kontakte, Hobbys und schulische Leistungen unter dem Dauer-Surfen dann sollten Eltern einschreiten und das Gespräch suchen.

Fazit

Auch wenn es Kindern manchmal nicht gefällt: "Normale" soziale Aktivitäten und Bewegung an der frischen Luft sind unerlässlich und für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen besser, als zu viel multimediales Multitasking.