Sie sind hier

12.06.2019
Bericht zur Veranstaltung

Sexuelle Gewalt in familiären Lebenswelten

Rückblick auf die 2. Jahreskonferenz der Kinderschutzzentren zum Thema "Sexuelle Gewalt in familiären Lebenswelten" vom 9. bis 10. Mai 2019 fand in München. Der Fokus des Kongresses lag auf den Ursachen, Dynamiken und Auswirkungen sexueller Gewalt innerhalb der Familie und der damit einhergehenden Scham und dem Unwohlsein, wenn es darum geht, dass die Gewalt von Kindern selbst ausgeht.

Die Thematik wurde an den beiden Veranstaltungstagen im Rahmen von Vorträgen, Workshops und Foren beleuchtet. Die Referent*innen und Teilnehmer*innen hatten dabei die Möglichkeit sich auszutauschen, Handlungsansätze aus den unterschiedlichen Arbeitsfeldern weiterzugeben, Wissen zu aktualisieren und neue Erkenntnisse aus der Forschung zu vermitteln bzw. zu erfahren.

Prof. Dr. Mechthild Wolff (Hochschule Landshut) informierte über die ersten Ergebnisse im Rahmen des Projektes: "Schutzkonzepte für das Pflegekinderwesen: Foster Care, offene Fragen und dringender Handlungsbedarf." Das Verbundprojekt konzentriert sich auf die Erfahrungsberichte von Pflegeeltern, Fachvertreter*innen und Care Leavern. Ziel ist es, anhand der Expertise zu schauen, wie Schutzkonzepte gestaltet werden können. Das Projekt läuft von 2018 bis 2020 und behandelt eine Vielzahl von noch offenen Fragen z.B. "Was wissen wir eigentlich über die Leistungsfähigkeit von Schutzkonzepten? "

Dr. Esther Klees berichtete zum Thema: "Sexualisierte Gewalt durch Geschwister: Begrifflichkeiten und Thesendiskussion"

In einem nachfolgenden Forum wurde über "Herausforderungen für die Gestaltung von Kooperationsprozessen im Bereich sexueller Gewalt in der Familie " diskutiert und Fallbeispiele bearbeitet. 

Elke Garbe unterstreicht in ihren Vortrag am Nachmittag "Was hat man dir, du armes Kind, getan", dass sexuelle Gewalt in der Familie in geschlossenen, unklaren Systemen geschieht und die betroffenen Kinder mit unterschiedlichen Schuld- und Schamgefühlen konfrontiert sind: „Kinder haben nicht die Möglichkeit zu fliehen, sie ziehen sich in sich zurück – das ist eine Form der Unterwerfung“.

Der zweite Tag der Veranstaltung beginnt mit einem Vortrag von Dr. Katharina Behrend "Die Trennungsfamilie: Hochstrittigkeit und Transformationsprozesse" und das zweite Form beschäftigt sich mit der Frage "Modelle: Was haben sie zu bieten? Und wie geht es gut kindgerecht?"

Den letzten Vortrag des Fachkongresses hält Sabine Weber (Trauma Hilfezentrum München e.V.), die unter der Überschrift  "Es gibt ein Leben danach!" - Über die Verarbeitung von Gewalterfahrungen in der Kindheit" einen sehr persönlichen Einblick in die Folgen, aber  auch die Bewältigung von sexualisierter und ritueller Gewalt gibt.

Das könnte Sie auch interessieren

Nachricht aus Hochschule und Forschung

von:

Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs zeigt: Die gesamte Gesellschaft muss Verantwortung übernehmen

Die Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs veröffentlicht den Bilanzbericht ihrer ersten Laufzeit
Arbeitspapier

Sexualisierter Gewalt im digitalen Raum begegnen

Die Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz NRW e.V. AJS hat eine aktualisierte Broschüre zum Schutz von Kindern gegen sexualisierte Gewalt herausgegeben im digitalen Raum herausgegeben. Hiermit sollen Kinder geschützt und in ihren Rechten gestärkt werden.
Nachricht aus Hochschule und Forschung

Erster Forschungsbericht zur Repräsentativbefragung Sexueller Missbrauch 2011

Bei dem vorliegenden Bericht handelt es sich um einen ersten Zwischenbericht zum Projekt „Sexueller Missbrauch von Kindern und Jugendlichen: Eine Befragung von 16- bis 40-Jährigen“, der 12 Monate nach Projektbeginn erstellt wurde.
Stellungnahme

von:

Entwurf eines Gesetzes zur Bekämpfung sexualisierter Gewalt gegen Kinder

Das Deutsche Instituts für Jugendhilfe und Familienrecht eV (DIJuF) hat am 14. September 2020 eine Stellungnahme zum Entwurf eines Gesetzes zur Bekämpfung sexualisierter Gewalt gegen Kinder veröffentlicht. Das Institut äußert sich in seiner Stellungnahme besonders zu den geplanten Veränderungen in familiengerichtlichen Verfahren und zu den Straftatbeständen bei sexualisierte Gewalt gegen Kinder. Ebenso hat der Paritätische Gesamtverband im Rahmen der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (BAGFW) zum Gesetzentwurf Stellung genommen.
Stellungnahme

Stellungnahme zum Gesetzentwurf Stärkung der Rechte von Opfern sexuellen Missbrauchs

Der Paritätische hat eine Stellungnahme zum Referentenentwurf für das Gesetz zur Stärkung der Rechte von Opfern sexuellen Missbrauchs (StORMG) veröffentlicht.
Nachricht aus Hochschule und Forschung

von:

Förderschüler sind im Vergleich stärker von sexualisierter Gewalt betroffen

Im Rahmen der Erweiterungsstudie Speak!-FÖS wurden zwischen April 2017 und Februar 2018 insgesamt 248 Jugendliche ab dem 14. Lebensjahr befragt, die Förderschulen besuchen. Die Ergebnisse zeigen, dass sexualisierte Gewalt – insbesondere in verbaler, aber auch in körperlicher Form – zur Erfahrungswelt vieler Förderschüler gehört.
Abschlussbericht

Ergebnisse des Runden Tisches „Sexueller Kindesmissbrauch“

In einem ersten Schritt hat die Arbeitsgruppe des Sozialwissenschaftlichen FrauenForschungInstituts Freiburg evaluiert, wie viele auf sexuellen Kindesmissbrauch spezialisierte Beratungsstellen es bundesweit gibt und wie diese verteilt sind. In einem zweiten Schritt haben die Wissenschaftlerinnen mit den Mitarbeiter(innen) der Beratungsstellen eine Befragung durchgeführt zu den Rahmenbedingungen und Spezifikationen ihrer Arbeit.
Arbeitspapier

Neue Leitlinien zur Einschaltung der Strafverfolgungsbehörden bei Verdacht auf sexuellem Missbrauch

Die BMJ-Arbeitsgruppe des Runden Tisches hat Leitlinien zur Einschaltung der Strafverfolgungsbehörden in Fällen sexueller Gewalt gegen Kinder und Heranwachsende in Institutionen beschlossen
Arbeitspapier

Sexualisierte Gewalt in organisierten und rituellen Gewaltstrukturen - Prävention, Intervention und Hilfe für Betroffene stärken.

Empfehlungen an Politik und Gesellschaft.

Der Fachkreis »Sexualisierte Gewalt in organisierten und rituellen Gewaltstrukturen« beim Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hat im April 2018 eine Empfehlung an Politik und Gesellschaft erarbeitet.
Nachricht aus Hochschule und Forschung

Schulkinder ohne Schutz?

Eine Studie des Deutschen Jugendinstitut (DJI), die vom Unabhängigen Beauftragen für Fragen des Sexuellen Missbrauchs in Auftrag gegeben wurde, zeigt, wie es an deutschen Schulen um den Schutz vor sexuellem Missbrauch steht