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Viertes Interview mit einer Careleaverin
Themen:
Valerias Geschichte
Mit 11 Jahren kommt Valeria aufgrund einer schweren Psychose ihrer Mutter in eine Wohngruppe. Dort bleibt sie acht Jahre und die Wohngruppe wird ihr Zuhause. Die Zeit in der Wohngruppe ist geprägt von vielen Wechseln, sowohl personell als auch von den Kindern und Jugendlichen her. Diese vielen Wechse belasten Valeria. Sie überlegt sich, wieder zu ihrer Familie zurückzukehren, entscheidet sich aber dagegen.
Sie bleibt auch in der Wohngruppe, als sich die Möglichkeit bietet, in ein betreutes eigenes Appartment ziehen zu können. Sie ist kurz vor dem Abi und will erst diesen Schritt gehen. Kurz vor dem Abi erkrankt sie schwer an Corona. Sie schafft die Prüfung, verbringt aber die nächsten Monate zu häufig in Wartezimmern und Krankenhäusern. Die Wohngruppe bedeutet ihr dabei einen großen Halt und Hilfe.
Sie hat nach dem Abi die Möglichkeit, bei dem Träger der Wohngruppe ein freiwillige soziales Jahr zu machen. Dann zieht sie aus der Wohngruppe aus, zu den Eltern ihrer besten Freundin, die ihr dies angeboten haben. Alleine wohnen ist ihr aufgrund der Erkrankung noch nicht möglich. Obwohl der Umzug genau ihr Wunsch ist, nagt der Abschied nach acht Jahren in der Wohngruppe an ihr und sie ist sehr damit beschäftigt, diese Jahre und die Situation ihrer Familie aufzuarbeiten.
Sie beginnt ein Studium der Sozialen Arbeit, ist zur Zeit im vierten Semester und hat weiterhin Probleme mit ihrer Krankheit. Aber sie gibt nicht auf.
Im Bericht heißt es:
Und anders, als mit 16, als ihre Depression ihren Lebenswillen und die Zukunftsperspektiven auffraß, fehlt es ihr heute an einem nicht: an dem Willen und dem Wunsch nach (mehr) Leben. Ein Leben, für das sie eine Chance bekommt. Mit Steinen im Weg, mehr Großen als Kleinen, aber ein Leben, dass sie nur leben kann, weil es immer, immer wieder Menschen gab, die nicht vor den Schranken des Systems Halt gemacht haben. Weil es immer Fachkräfte, viele Fachkräfte gab, die nach Lösungen gesucht, gebastelt haben und die vor allem immer eins getan haben: an Valeria geglaubt!
Zum Ende des Interviews spricht Valeria über ihre Zukunftspläne und appelliert an eine Veränderung der Jugendhilfe zum besseren Wohle der Kinder und Jugendlichen, aber auch der Fachkräfte.





