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Inklusiver Kinderschutz in der Pflegekinderhilfe
Aus der Einleitung des Journals
Das Journal bündelt Perspektiven, Erfahrungen und fachliche Reflexionen aus der inklusiven Pflegekinderhilfe, um einen differenzierten Blick auf Kindeswohlgefährdungen bei Kindern mit Behinderung zu ermöglichen.
Ausgangspunkt ist dabei nicht die Annahme grundlegend anderer Gefährdungslagen, sondern die Erkenntnis, dass sich bekannte Risiken unter Bedingungen von Behinderung, Abhängigkeit und systemischer Komplexität in spezifischer Weise verändern, sodass ein genaueres Hinschauen nötig ist.
Das Journal verfolgt dabei drei zentrale Anliegen: Erstens, die Sensibilität für spezifische Risikokonstellationen zu schärfen, die sich aus Abhängigkeit, Kommunikationsbarrieren und körpernaher Versorgung ergeben. Zweitens, einen Einblick in die (Er-) Lebensräume der Kinder zu gewährleisten und zugleich die jeweiligen Risikofaktoren der (Er-)Lebensräume zu benennen. Drittens, die Rolle von Pflegefamilien in ihrer Doppelstellung zwischen privatem Lebensort und öffentlichem Auftrag differenziert zu betrachten.
Das Journal richtet sich an Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe, der Eingliederungshilfe sowie angrenzender Arbeitsfelder, ebenso wie an Pflegeeltern und Studierende. Es bietet keine abschließenden Lösungen und kein standardisiertes Verfahren. Vielmehr versteht es sich als fachlicher Impuls: zur Schärfung der Wahrnehmung, zur Reflexion eigener Deutungsmuster und zur Weiterentwicklung einer Praxis, die den Anspruch inklusiven Kinderschutzes ernst nimmt.
Denn letztlich verweist die Frage nach dem Schutz von Kindern mit Behinderung über das einzelne Hilfesystem hinaus. Sie berührt das Selbstverständnis einer Gesellschaft: wie sie mit Abhängigkeit umgeht, wie sie Verantwortung organisiert – und wie verlässlich ihr Schutz dort ist, wo Kinder sich nicht selbst schützen können.







