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Alltag mit Kindern

Zwischen Unterhaltung und Überforderung/Spannung im Fernsehen-und wie Kinder damit umgehen

Eine Flimmo-Kinderbefragung zum Umgang mit spannenden Fernsehsendungen.

Im November 2009 gab es eine FLIMMO-Kinderbefragung, was die Kinder als spannend im Fernsehen empfinden und wie sie die Spannung aushalten und darauf reagieren. Wo schlägt Spannung in Überforderung und sogar Angst um?

Im Fazit der Untersuchung heißt es:
Sendungen, die Spannung verheißen, sind fest im Fernsehrepertoire der Kinder verankert.

Die Aussagen der Kinder zeigen:
Spannung ist aus ihrer Sicht nicht immer gleichbedeutend mit Action, Gewalt und Nervenkitzel. Das gehört zwar auch dazu, Spannung beinhaltet für sie aber noch weitere Facetten: Neues erfahren und entdecken, Ungewöhnliches, Sensationelles, Überraschendes sowie an die eigenen Grenzen gehen und Angstlust erproben gehören auch dazu.

Entsprechend fündig werden Heranwachsende im Kinder- wie Erwachsenenprogramm –
und das über alle Genres hinweg.

Auch wenn Spannung zumeist in einschlägigen Genres zu fi nden ist, muss sie nicht gleichbedeutend mit Action und Gewalt sein, wie die Ergebnisse dieser Befragung zeigen. Die Aussagen der Kinder verweisen einmal mehr darauf, dass mehrere Faktoren, unter Umständen auch im Zusammenspiel, darauf Einfluss nehmen wie Kinder Spannung, bzw. generell Fernsehen, wahrnehmen und verarbeiten.

Das Erleben von Spannendem im Fernsehen hängt ab

  • vom Alter der Kinder und damit einhergehend ihrer Fernseherfahrung und Verarbeitungsmöglichkeiten
  • von ihren handlungsleitenden Themen sowie
  • von ihren aktuellen Interessen.

Diese Faktoren sollten Erwachsene bei der Fernseherziehung im Blick behalten: Auch das Kinderprogramm wartet mit Spannendem auf, das mitunter das für Kinder erträgliche Maß überschreitet. Wichtig ist, dass und wie die Kinder von ihren Bezugspersonen unterstützt
werden. Vor allem jüngere brauchen Begleitung, vorab bei Auswahl oder für die Verarbeitung.

Kinder bewältigen ihre Fernseherlebnisse aktiv: Die Befragung zeigt, dass Kinder – bewusst oder unbewusst – Strategien verfolgen, die ihnen die Verarbeitung des Gesehenen erleichtern. Im Umkehrschluss sind daraus auch Konsequenzen für die Fernseherziehung
zu folgern: Die aktive Auseinandersetzung mit dem Bildschirmgeschehen ist ratsam. Dies kann auf unterschiedlichen Ebenen geschehen – je nach Alter der Kinder: Spielen, malen, aber auch über Fernseherlebnisse erzählen und diskutieren.

hier können Sie das Ergebnis der Untersuchung lesen

Letzte Aktualisierung am: 
09.07.2010

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