Sie sind hier

Basiswissen

Welche Leistungen stehen dem Anspruchsberechtigten zu?

Welche Leistungen kann man nach dem Opferentschädigungsgesetz in Anspruch nehmen? Informationen zu Heil- und Krankenbehandlung, Rentenansprüchen, Hinterbliebenenversorgung und Fürsorge.

Der Umfang der Versorgung bestimmt sich nach den Vorschriften des Bundesversorgungsgesetzes (BVG).

Die Versorgung umfasst insbesondere:
1. Heil- und Krankenbehandlung
2. Beschädigtenrente, wenn die gesundheitliche Schädigung zu einem nicht nur vorübergehenden Grad der Schädigungsfolgen (GdS) um mindestens 30% führt
3. Sterbegeld, Bestattungsgeld
4. Hinterbliebenenversorgung für Witwen, Witwer, Hinterbliebene Lebenspartner, Waisen, Eltern
5. Fürsorgeleistungen

Schmerzensgeld wird nicht gezahlt. Auch Sach- und Vermögensschäden können nicht ersetzt werden. Für am Körper getragene Hilfsmittel, Brillen oder Kontaktlinsen und für Schäden am Zahnersatz gelten Sonderregelungen.

Versorgung wird nur auf Antrag gewährt. Es empfiehlt sich, den Antrag frühzeitig, jedenfalls aber innerhalb eines Jahres nach Eintritt der Schädigung zu stellen, weil in der Regel nur dann Leistungen bereits ab dem Zeitpunkt der Schädigung möglich sind.

  • Bei geschädigten Kindern, wo die Aufdeckung meist viel später erfolgt, gelten andere, beweisbare Regelungen.

Welche Umstände stehen Leistungen nach dem OEG entgegen?

Leistungen sind zu versagen, wenn

  • der Geschädigte die Schädigung selbst verursacht hat,
  • es aus sonstigen, insbesondere in dem eigenen Verhalten des Anspruchstellers liegenden Gründen unbillig wäre, Entschädigung zu gewähren,
  • der Geschädigte oder Antragsteller an politischen oder kriegerischen Auseinandersetzungen in seinem Heimatstaat aktiv beteiligt ist oder war und die Schädigung hiermit in Zusammenhang steht,
  • der Geschädigte oder Antragsteller in die organisierte Kriminalität verwickelt ist oder war oder einer Organisation, die Gewalttaten begeht, angehört oder angehört hat und die Schädigung damit in Zusammenhang steht.

Leistungen können versagt werden, wenn der Geschädigte es unterlassen hat, das ihm Zumutbare zur Aufklärung des Sachverhalts und zur Verfolgung des Täters beizutragen, insbesondere unverzüglich Anzeige bei einer für die Strafverfolgung zuständigen Behörde (Staatsanwaltschaft, Polizei) zu erstatten.

Damit der Geschädigte seine Ansprüche nicht gefährdet, sollte deshalb stets unverzüglich Strafanzeige erstattet und/oder Strafantrag gestellt werden.

Letzte Aktualisierung am: 
19.11.2009