Besonderheiten, Herausforderungen und Lösungsansätze
Jede Familie wächst organisch. D.h., sie wächst aus eigener Kraft mit den verfügbaren und bereitgestellten Ressourcen und über lange Zeit hinweg. Mit der Aufnahme eines Pflegekindes kommt innerhalb kürzester Zeit ein „Plus“ zur Familie hinzu. Damit befindet sich die Familie automatisch in einem Veränderungsprozess, der einige wichtige Besonderheiten mit sich bringt
In knapp der Hälfte aller Pflegefamilien leben Pflegekinder zusammen mit leiblichen Kindern in der Pflegeeltern. Wie sehen ältere und erwachsene leibliche Kinder ihr Aufwachsen mit Pflegekindern? Was wäre wichtig für sie gewesen?
Viele Menschen, die über ein Pflegekind nachdenken, stellen sich dieselben zwei Fragen: „Schaffe ich das neben meinem Beruf?“ Und: „Bin ich mit 50 oder 60 Jahren nicht schon zu alt dafür?“ Diese Zweifel sind nachvollziehbar. Sie führen aber dazu, dass Jugendämter ein enormes Potenzial übersehen.
Unterstützungsangebote für Pflegefamilien sind ausbaufähig
Eine bundesweite Befragung des Universitätsklinikums Ulm ergab, dass 90 Prozent der teilnehmenden Jugendämter Engpässe bei Pflegefamilien melden. Für die Studie wurden alle 577 Jugendämter in Deutschland befragt. 37,3 % davon nahmen an der Studie teil.
Eine von der ELK - Emmi Lübeskind-Stiftung - ermöglichte Langzeitstudie der Forschungsgruppe Pflegekinder. Was wird aus Kindern, die in Pflegefamilien aufgewachsen sind? Wie wichtig bleibt die Pflegefamilie? Welche Bedeutung kommt der Herkunftsfamilie zu?
Das Bundesverfassungsgerichts hat mit heute veröffentlichtem Beschluss die Verfassungsbeschwerde von Pflegeeltern, die sich gegen den Wechsel ihres langjährigen Pflegekindes in eine andere Pflegefamilie wenden, nicht zur Entscheidung angenommen.
Eine Verbleibensanordnung kommt nicht in Betracht, wenn bei einem Verbleib des Kindes in der Pflegefamilie das Kindeswohl wegen eines massiven Loyalitätskonflikts gefährdet würde und die Befolgung des Kindeswillens zu einem Kindeswohl gefährdenden Zustand führen würde-
Warum Pflegeeltern mehr Rechte brauchen, um gut für Ihr Pflegekind zu sorgen.
Bericht und Ideen einer Pflegemutter: "Ich möchte unsere Geschichte erzählen, unsere Geschichte mit Eva. Eva ist unsere Pflegetochter, 14 Jahre alt und lebt nach 10 Jahren Dauerpflege nicht mehr bei uns. Damals hatten wir sie mit viel Idealismus und Herzblut in unsere Familie aufgenommen. Wir beide – ein zuvor kinderloses – und gleichzeitig sehr kinderliebes Ehepaar waren durch sie zu einer Familie geworden und mit dem Abenteuer Pflegefamilie erlebten wir einiges sehr Unerwartetes."