Sie sind hier

25.02.2014
Stellungnahme

Minimallösung verschenkt Chance auf ein modernes Adoptionsrecht

Der Juristinnenbund ist vom Referentenentwurf des Bundesministeriums der Justiz zur Adoption enttäuscht.

Themen:

Presseerklärung des Juristinnenbundes

Der vom Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) am 30. Januar 2014 vorgelegte Referentenentwurf enttäuscht, weil er lediglich die sogenannte Sukzessivadoption regelt und somit die Vorgabe des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) aus dessen Urteil vom 19. Februar 2013 negiert, auch die gemeinschaftliche Adoption durch Lebenspartner in den Blick zu nehmen.
Brigitte Meyer-Wehage, Vorsitzende der Kommission für Zivil-, Familien- und Erbrecht, Recht anderer Lebensgemeinschaften im Deutschen Juristinnenbund e.V. (djb) stellt dazu fest: „Von den denkbaren Regelungen hat der Referentenentwurf die engste gewählt. Danach soll nur das Gesetz werden, was nach der Entscheidung des BVerfG ohnehin schon gilt: Die Partnerin oder der Partner in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft kann das angenommene Kind ihrer Partnerin oder seines Partners nun auch selbst adoptieren. Diese Minimallösung wird den Vorgaben des Gerichts nicht gerecht.“
Das BVerfG hat ausdrücklich die Frage aufgeworfen, ob andere Unterschiede, die sich im derzeit geltenden Recht bei der Adoption durch Ehepartner und durch eingetragene Lebenspartner ergeben, verfassungsgemäß sind. Eine Antwort darauf lässt der Entwurf vermissen.

Quelle: Pressemitteilung des Deutschen Juristinnenbundes e.V. vom 20.2.2014

Das könnte Sie auch interessieren

Fachartikel

von:

Kinder in Vollzeitpflege und ihre Krisen

In seiner langjährigen Praxis hat der Autor ein Modell für Fachberater, Pflegefamilien, Adoptivfamilien und Erziehungsstellen zur Entwicklung von Pflegekindern und ihren Krisen entwickelt.
Fachartikel

Gesundheitskarte ab 2009 gefährdet Adoptionsgeheimnis

Falsche Rentenversicherungsnummern für Adoptivkinder und Kinder in Adoptionspflege
Frage und Antwort

Von der Dauerpflege zur Adoption

Unser Pflegekind ist jetzt zehn Jahre alt und seit sieben Jahren bei uns. Nun hätten wir die Möglichkeit, ihn zu adoptieren. Was würde sich denn dann ändern, da wir ja jetzt schon sein Vormund sind?
Fachartikel

von:

Adoption im Doppelpack? Chancen und Risiken gemeinsamer Vermittlung von Geschwisterkindern aus dem Ausland

Abwägung unterschiedlicher Sichtweisen zur Frage der Geschwistervermittlung - besonders im Rahmen der Auslandsvermittlung.
Arbeitspapier

Weiterentwicklung des Adoptionsrechts

Der Bundesverband anerkannter Auslandsvermittlungsstellen in Freier Trägerschaft e.V. hat seine Positionen zur Weiterentwicklung des Adoptionswesens in einem Papier zusammen gefasst.
Fachartikel

von:

Umwandlung einer Dauerpflege in eine Adoption

Aspekte, Möglichkeiten und Schwierigkeiten zur Frage einer möglichen Adoption eines Dauerpflegekindes durch seine Pflegeeltern.
Arbeitspapier

Weiterentwicklung des Adoptionsrechts

Positionspapier der Bundesarbeitsgemeinschaft Landesjugendämter - beschlossen auf der 122 . Arbeitstagung vom 26. bis 28. April 2017 in Saarbrücken.
Fachartikel

von:

Adoptivkinder aus fremden Ländern und ihre Eltern - Ergebnisse einer Befragung

Für Außenstehende wird kaum erkennbar, wie es nach der Ankunft des Kindes in seiner neuen Familie weitergeht, wie es sich also entwickelt, wie seine neuen Eltern mit ihm zurecht kommen, ob sie ihre Entscheidung für die Adoption Jahre später vielleicht sogar bereuen, und wie Angehörige, Freunde, andere Kinder auf das meist auch fremdländisch aussehende Kind reagieren. Studie von Diplom-Psychologe Reinhard Holzapfel darüber, wie Adoptiveltern die Entwicklung ihrer Adoptivkinder einschätzen und wie sie sich mit diesen Kindern fühlen. Die Antworten der befragten Eltern geben starke Hinweise darauf, dass es den Eltern in der Regel gelingt, einen Umgang mit Störungen zu finden und den Kindern in ihrer Entwicklung zur Seite zu stehen.
Fachartikel

von:

Vermittlung von Geschwisterkindern in Adoptiv- und Pflegefamilien

Die Vermittlung von Geschwisterkindern wird sehr kontrovers diskutiert. Für einige ist die Vermittlung leiblicher Geschwister in eine Adoptiv- oder Pflegefamilie kaum möglich. Andere sehen ein Anrecht der Kinder auf gemeinsame Vermittlung.
Gerichtsbeschluss erklärt

von:

vom: 
10.04.2019

Voraussetzungen einer Volljährigenadoption

Gemäß § 1767 Abs. 1 BGB kann ein Volljähriger als Kind angenommen werden, wenn die Annahme sittlich gerechtfertigt ist; dies ist insbesondere anzunehmen, wenn zwischen dem Annehmenden und dem Anzunehmenden ein Eltern-Kind-Verhältnis bereits entstanden ist.