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24.04.2026
Projekt

Bundesforum Inklusive Pflegekinderhilfe

Der Bundesverband behinderter Pflegekinder e.V. (BbP) hat zusammen mit dem Perspektive-Institut ein 'Bundesforum Inklusive Pflegekinderhilfe' ins Leben gerufen, welches sich mit der anstehenden Umgestaltung der Kinder- und Jugendhilfe befassen wird. Die erste Runde startet am Dienstag, 28. April. Erste Ergebnisse sollen zum Jahresende vorgestellt werden.
BbP und Perspektive-Institut starten Bundesforum Inklusive Pflegekinderhilfe - Bundesweiter Dialogprozess will bis Jahresende erste Ergebnisse liefern

Der Bundesverband behinderter Pflegekinder e.V. (BbP) mit Sitz in Papenburg hat zusammen mit dem Perspektive-Institut aus Bonn ein Bundesforum Inklusive Pflegekinderhilfe ins Leben gerufen. Das bundesweit einzigartige Gremium mit Fachleuten aus unterschiedlichen Bereichen wird sich mit der anstehenden Umgestaltung der Kinder- und Jugendhilfe befassen. Das Forum wird vom Bundesfamilienministerium finanziell gefördert. Die erste Runde startet am Dienstag, 28. April; erste Ergebnisse sollen bereits zum Jahresende vorgestellt werden.

„Mit dem Bundesforum Inklusive Pflegekinderhilfe wird erstmals ein bundesweiter, strukturierter Dialogprozess ins Leben gerufen, der die Weiterentwicklung der Unterstützung für Kinder und Jugendliche mit Behinderung in Pflegefamilien voranbringen soll“, sagt Kerstin Held, Vorsitzende des BbP. „Dies geschieht parallel zu den gesetzlichen Änderungen in diesem Bereich. Dadurch, dass alle Pflegekinder mit Behinderung Teil der Kinder- und Jugendhilfe werden, wird ein neues Verständnis nötig. Umso wichtiger ist es, dass es ein Gremium gibt, das Fragestellungen beantworten und Orientierung auch für die kommunale Selbstverwaltung geben kann.“

„Das Projekt setzt auf Austausch, Verständigung und konkrete Impulse für Praxis und Politik“, ergänzt Dirk Schäfer, Leiter des Perspektive-Instituts für sozialpädagogische Praxisforschung und -entwicklung, das die wissenschaftliche Leitung und Moderation des Bundesforums übernimmt. „Kommunikation und Transparenz stehen dabei im Mittelpunkt. Die Arbeit des Bundesforums macht die anstehenden Themen greifbar und sorgt bestenfalls für größere Akzeptanz bei den Beteiligten und der Öffentlichkeit.“

Ausgangspunkt ist eine Situation, die viele Fachkräfte bereits kennen: Die bestehenden Systeme reichen oft nicht aus, um den komplexen Bedarfen gerecht zu werden. Pflegekinder mit Behinderung bewegen sich gleichzeitig in unterschiedlichen Hilfesystemen – etwa der Kinder- und Jugendhilfe, der Eingliederungshilfe, dem Gesundheitswesen und der Pflege. Diese Systeme folgen jeweils eigenen Logiken, Zuständigkeiten und Begrifflichkeiten. Die Folge: Übergänge sind unklar, Abstimmungen schwierig, und nicht selten wird trotz ähnlicher Ziele aneinander vorbeigearbeitet.

Hier setzt das Bundesforum an. Es ist als moderierter Dialogprozess angelegt, der zentrale Akteur*innen zusammenbringt. Vertreten sind mehr als 30 Teilnehmende unter anderem aus den Bereichen öffentliche und freie Träger der Kinder- und Jugendhilfe, der Eingliederungshilfe, Fachpraxis, Wissenschaft und Politik. Ziel ist es, unterschiedliche Perspektiven systematisch zusammenzu-führen und einen strukturierten Verständigungsprozess zu ermöglichen. Im Mittelpunkt steht dabei konsequent die Frage: Was brauchen Kinder und Jugendliche mit Behinderung in Pflegefamilien – und welche strukturellen Voraussetzungen müssen dafür verbessert werden?

Inhaltlich konzentriert sich das Bundesforum zunächst auf vier zentrale Themenfelder, die typische Schnittstellen und Herausforderungen im System markieren: Vermittlungsprozesse, Familienpartnerschaft, inklusiver Kinder- schutz sowie Aktenführung und Dokumentation. Thematische Erweiterungen sind bereits angedacht.

„In einem so komplexen Feld wird es nicht immer einen vollständigen Konsens geben. Unterschiedliche Positionen sollen daher nicht vereinheitlicht, sondern sichtbar gemacht und nachvollziehbar diskutiert werden“, betont Dirk Schäfer. Gerade darin liege die Chance des Bundesforums, unterstreicht Kerstin Held: „Wenn es gelingt, verschiedene Perspektiven konstruktiv zusammenzuführen und systematisch zu dokumentieren, entsteht eine fundierte Grundlage, die für Praxis, Verwaltung und Politik gleichermaßen richtungsweisend sein kann.“

Die Erkenntnisse werden prozesshaft in Schrift, Bild und Ton, auch in einfacher Sprache, auf der Projekthomepage www.inklusive-pflegekinderhilfe.de und über weitere Kanäle veröffentlicht.

Der Bundesverband behinderter Pflegekinder e.V. (BbP) ist eine Selbsthilfevereinigung von Pflege- und Adoptiveltern, die sich für Pflege- und Adoptivkinder mit Behinderungen oder chronischen Erkrankungen engagieren. Er wurde 1983 gegründet und vertritt bundesweit mehr als 600 Familien mit über 1.200 Pflegekindern. Zentrales Anliegen ist die Vermittlungshilfe von Kindern mit besonderen Bedürfnissen in Pflegefamilien. Nach der UN-Behindertenrechtskonvention hat jedes Kind das Recht, in einer Familie aufzuwachsen. Der BbP ist als Träger der freien Jugendhilfe anerkannt und vertritt die Interessen behinderter Pflegekinder und ihrer Pflegeeltern auch im politischen, sozialrechtlichen und gesellschaftlichen Bereich.

Die Perspektive gGmbH – Institut für sozialpädagogische Praxisforschung und -entwicklung – in Bonn ist ein unabhängiges Forschungs- und Beratungsinstitut, das sich auf die wissenschaftliche Begleitung und Weiterentwicklung sozialpädagogischer Praxis spezialisiert hat. Es entwickelt empirisch fundierte Analysen und praxisnahe Konzepte für die Kinder- und Jugendhilfe sowie angrenzende soziale Arbeitsfelder. Unter Berücksichtigung von Adressat*innenperspektiven und in enger Zusammenarbeit mit Trägern, Fachkräften und öffentlichen Institutionen verbindet das Institut Forschung und Praxis und leistet einen Beitrag zur Qualitätssicherung, Innovation und fachlichen Weiterentwicklung sozialer Dienstleistungen.

Ansprechpartner:

  • Bundesverband behinderter Pflegekinder e.V. Gerhard Schindler, Öffentlichkeitsarbeit schindler@bbpflegekinder.de 0177 3637038
  • Perspektive-Institut Dirk Schäfer, Leitung schaefer@perspektive-institut.de 0228 979 200 61

Pressemitteilung vom 24. April 2026

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