Ein Fallbeispiel zeigt auf, wie schnell ein recht gut gestalteter Übergang Gefahr läuft zu scheitern, wenn ein Part des Helfernetzwerkes nicht bzw. nur mäßig kooperiert und einem Wissenstransfer nicht offen gegenübersteht.
Schwerpunkt: Ergotherapie und individuelle Entwicklungsförderung
Viertes Interview von Nevim Krüger zu FASD. Für dieses Interview stellte sich Melanie Häger zur Verfügung. Melanie Häger: Mobile Praxis für Ergotherapie und individuelle Entwicklungsförderung Ergotherapeutin, Neuromotorische Entwicklungsförderin INPP, Arbeit am Tonfeld.
Rezension eines neuen Buches zum Thema Alkohol in der Schwangerschaft – Die unterschätzte Gefahr. Autorin: Dagmar Elsen. Das Biuch erscheint im Schulz-Kirchner-Verlag. Damar Elsen ist Journalistin, Buchautorin, Bloggerin, Initiatorin und Vorsitzende des Vereins Happy Baby No Alcohol.
Drittes Interview von Nevim Krüger zu FASD. Für dieses Interview stellte sich Oliver Hardenberg zur Verfügung. Oliver Hardenberg ist seit vielen Jahren als Psychologe und Psychotherapeut für Kinder und Jugendliche tätig, besonders im Bereich der Pflegekinderhilfe. Hier hat er auch umfänglich mit jungen Menschen mit FASD und ihren Pflegefamilien zu tun.
Wenn Menschen, die bisher nicht viel von Pflegefamilien gewusst haben, den Berichten von Pflegeeltern zuhören, kommt häufig der Kommentar: "Ich könnte das ja nicht...!" Eine Pflegemutter und Vorsitzende eines Landesverbandes, die das schon soooo oft gehört hat, beschreibt die zwiespältigen Gefühle, die bei diesem Satz in ihr hochkommen.
Zweites Interview der FASD-Fachkraft Nevim Krüger. Ihr jetziger Interviewpartner ist Lutz Krüger-Ruda, Facharzt für Kinderheilkunde und Jugendmedizin - Spezialist für sämtliche Bereiche der Kinderneurologie und Sozialpädiatrie. Etwa die Hälfte seiner Patienten zur Zeit sind junge Menschen mit FASD.
Nevim Krüger - FASD-Fachkraft und Pflegemutter - möchte in einer neuen Interviewreihe mit Menschen sprechen, die sie in Bezug auf FASD schätzen gelernt hat. Sie möchte mit ihnen durch gezielte Fragen den Fokus auf wichtige Bereiche und immer wieder auftretende Cluster von Problemen richten. Ihr erstes Interview machte sie mit der erfahrenen Pflegemutter Heike Rafalski-Knispel.
Eine fehlende Diagnose schützt keinen jungen Menschen
FASD fällt noch immer viel zu oft durchs Raster. Kinder und Jugendliche werden über Jahre begleitet, beurteilt und durch verschiedene Hilfen geführt. Trotzdem bleibt die entscheidende Diagnose häufig aus. Die Folgen sind gravierend. Neurologisch bedingte Schwierigkeiten werden als mangelnde Motivation, fehlende Einsicht oder Erziehungsproblem bewertet. Erwartungen an die Verselbstständigung der Jugendlichen können nicht erfüllt werden. Besonders belastend sind die vielen Abbrüche. Schule, Therapie, Ausbildung, Wohngruppe oder Pflegeverhältnis enden, weil das Verhalten nicht verstanden und die Umgebung nicht ausreichend angepasst wurde.
PFAD-Niedersachsen e.V. bietet einen Praxisleitfaden für Pflegeeltern an: 'Wenn es schwierig wird: Dokumentieren. Kommunizieren. Deeskalieren'. Pflegeeltern können sich mit diesem Praxisleitfaden auf schwierige Gespräche mit Behörden, Fachdienst und Schule vorbereiten.
Ein Fachbeitrag zur Einordnung von pFAS, seinen Auswirkungen und dem Risiko sekundärer Schädigungen und warum es fachlich nicht haltbar ist, ein partielles FASD geringer zu bewerten als das Vollbild.
Stellungnahme des Bundesverbandes FASD e.V. vom 25. Juni 2025 zu den Aussagen von Bundeskanzler Friedrich Merz zur Kostenentwicklung der Jugend- und Eingliederungshilfe in seiner Rede auf dem Kommunalkongress des deutschen Städte- und Gemeindebundes in Berlin 03. Juni 2025.
Wie können wir es schaffen, FASD den Schrecken zu nehmen? Wir erreichen wir es, die Störungen klar zu benennen und gleichzeitig Chancen und Möglichkeiten zu erkenn bzw. zu schaffen. An welcher Stelle muss der Stein ins Rollen gebracht werden? Noch immer fehlt ein systemübergreifender Konsens über die Verortung der Behinderung!
Landesverband für Pflege- und Adoptivfamilien Pfad Niedersachsen e. V., Apfel e. V. und die Hochschule Emden-Leer boten gemeinsam eine Vorlesungsreihe für StudentInnen sowie einen abschließenden Fachtag „Gerichtsbarkeit in der Kinder- und Jugendhilfe - Kindgerechte Justiz“ an der Hochschule Emden-Leer in Emden mit vollem Erfolg an.
Wie kann gute Kommunikation in Bezug auf FASD gelingen und was kann sie schlimmstenfalls vermeiden? Pflegeeltern machen die Erfahrung, dass ihre Kommunikation mit den anderen Beteiligten der Pflegekinderhilfe gerade in Bezug auf FASD als schwierig empfunden wird. Sie kennen es gar nicht anders, als dass sie Verhaltensweisen, Benehmen und Emotionen ihrer Kinder/Jugendliche immer und immer wieder erklären und darlegen müssen, damit die Gesprächspartner das Kind verstehen, die Situation der Pflegefamilie erkennen und die Handlungen der Pflegeeltern akzeptieren können.
PFAD-Niedersachsen e.V. engagiert sich umfassend im Bereich FASD in der Pflegekinderhilfe. Fortbildungen des Verbandes - auch gemeinsam mit Jugendämtern -, Beratungen und Begleitung von Pflegeeltern, die ein Pflegekind mit FASD haben oder aufnehmen wollen, - Schulung von Lehrern, Erziehern und Fachkräften - sowie Zusammenarbeit mit anderen Fachkundigen und Institutionen führten dazu, dass FASD langsam vom unbekannten Syndrom zu einem Teil der Realität im Leben von Pflegefamilien wurde.
Von moralischer Überlegenheit und Stigmatisierung!
Erfreulicherweise rückt das Thema FASD immer weiter in den Fokus der Öffentlichkeit. Natürlich wir dabei auch immer bewusster, dass FASD durch den vorgeburtlichen Konsum von Alkohol entsteht und das ungeborene Kind dadurch schwer geschädigt werden kann. Trotzdem - die Mütter sind zwar die Verursacher der Behinderung, aber sie sind nicht das ursächliche Problem.
Bereits Ende 2020 wurde eine Petition angegangen, in der es darum ging, FASD als eigenständige Krankheit (Behinderung) in der Versorgungs-Medizin-Verordnung (VersMedV) aufnehmen zu lassen. Diese Petition wurde vom Petitionsausschuss aufgrund einer Stellungnahme des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales abgelehnt. Die Beteiligten rund um die Menschen mit FASD haben diese Ablehnung nicht gutgeheißen. Nun wurde vom gemeinnützigen Verein Happy Baby International e.V., der sich intensiv mit FASD auseinandersetzt und dabei von anerkannten Fachleuten unterstützt wird, eine erneute Petition gestartet. Zur Ablehnung der ersten Petition gibt es eine Stellungnahme von Nevim Krüger, 1. Vors. Pfad-Landesverband Niedersachsen, die wir zum Verständnis des Geschehens veröffentlichen.
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"Ich könnte das ja nicht…!"