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Kammergericht Berlin

Fachwissen

Gerichtsbeschluss erklärt

von:

vom: 
08.11.2023

Verbleib in der Pflegefamilie oder Geschwisterzusammenführung

Das Kammergericht Berlin hat die Beschwerde eines Jugendamtes abgelehnt, da es hier nicht um eine Entscheidung zu einer Kindeswohlgefährdung in einer Pflegefamilie gehe, sondern um eine pädagogische Auseinandersetzung von Jugendamt und Ergänzungspfleger. Es sei nicht die Aufgabe von Gerichten darüber zu entscheiden, ob ein Verbleib in der Pflegefamilie oder eine Geschwisterzusammenführung in einer Heimeinrichtung das Richtige für ein Kind sei. Es gehe den Gerichten darum, ob die umstrittene mögliche Veränderung der bisherigen Lebenssituation für das Kind dem Kindeswohl entsprechen oder das Kindeswohl gefährden würde.

Rechtliche Regelungen

Gerichtsbeschluss

von:

vom: 
19.04.1995

Adoption eines Volljährigen

Bei der Adoption Volljähriger kann das Vormundschaftsgericht auch dann bestimmen, dass sich die Wirkungen der Annahme nach den Vorschriften über die Annahme eines Minderjährigen richten, wenn die Annahme durch miteinander verheiratete Ehegatten gleichzeitig erfolgt und in der Person eines Ehegatten die Voraussetzungen einer Adoption mit starken Wirkungen nach § 1772 I S. 1b BGB vorliegen.
Gerichtsbeschluss

von:

vom: 
23.12.2008

Anhörungsrecht auch in sogenannten "Beschleunigten Verfahren"

Auch in "Beschleunigten Familienverfahren" in Sorge- und Umgangsverfahren sind in aller Regel die Kinder und auch die Eltern gemäß § 50b und 50e FGG vor einer die Instanz abschließenden gerichtlichen Entscheidung durch das Gericht anzuhören.
Gerichtsbeschluss

von:

vom: 
20.06.2014

Umgangsausschluss bei entgegengestehendem Kindeswillen

Der Ausschluss des Umgangs eines Elternteils mit seinem Kind kann nach § 1684 Abs. 4 BGB gerechtfertigt sein, wenn das Kind den Umgang mit dem Elternteil vehement ablehnt und anzunehmen ist, dass eine Missachtung dieses Willens das Wohl des Kindes gefährdet. Das ist jedenfalls dann der Fall, wenn das Kind das 12. Lebensjahr überschritten hat und angenommen werden kann, dass der geäußerte Wille seinen tatsächlichen Bindungen entspricht.
Gerichtsbeschluss

von:

vom: 
13.02.2015

Gerichtliche Umgangsregelung

Eine gerichtliche Umgangsregelung, durch die der Umgang positiv geregelt wird, enthält stets das konkludente Gebot an den Umgangsberechtigten, sich außerhalb der festgelegten Umgangszeiten eines Kontaktes zum Kind zu enthalten; diese Verpflichtung ist mit Ordnungsmitteln durchsetzbar.