Sie sind hier

22.05.2024
Nachricht

Förderpreis der Stiftung zum Wohl des Pflegekindes 2024

Förderpreis der „Stiftung zum Wohl des Pflegekindes 2024“ geht an die Brigitte-Reimann-Stadtbibliothek! Durch ihr außerordentliches Engagement holt Nicole Schutza den Förderpreis nach Hoyerswerda.

Nicole Schutza welche im Rahmen ihres Studiums zur Sozialpädagogin mit dem Schwerpunkt „Psychosoziale Beratung im Pflegekinderwesen“ ihr Praktikum in der Brigitte-Reimann-Stadtbibliothek in Hoyerswerda absolvierte, konnte mit ihrem außerordentlichen Engagement den Förderpreis der Stiftung zum Wohl des Pflegekindes 2024 gewinnen.

Während ihrer Zeit in der Bibliothek richtete die 49-jährige in Zusammenarbeit mit den Kolleginnen der Stadtbibliothek ein Bücherregal für Pflegefamilien ein und erhielt dafür den Förderpreis der Stiftung.

„Als soziale Mutter befasse ich mich sehr stark mit Fachliteratur zum Pflegekinderwesen und habe gemerkt, wie preisintensiv diese normalerweise ist, obwohl sie jedem zugänglich sein sollte. Ich finde, das Pflegekinderwesen sollte mehr in die Öffentlichkeit gerückt werden“ erzählt Nicole Schutza.

Die Bücherecke steht inzwischen symbolisch für zahlreiche Aktivitäten wie Fachvorträge und Buchvorstellungen. So fand unter anderem bereits eine Autorenlesung mit Frau Dr. Bettina Bonus statt, mit dem Thema Frühtraumatisierung bei Kindern in Pflege- und Adoptivfamilien. Eine weitere Veranstaltung mit Dagmar Elsen drehte sich um das FASD Syndrom (Fetale Alkoholspektrumstörung) welche bereits durch kleine Mengen Alkohol in der Schwangerschaft ausgelöst werden kann.

Die Anliegen von Pflegefamilien sollen somit kontinuierlich an einem öffentlichen Ort in der Stadt präsent sein. Ebenso organisiert Nicole Schutza alle zwei Monate ein „Elternfrühstück“ für Eltern von Kindern mit Behinderung. Dabei geht es unter anderem um Themen wie die Antragstellung auf einen Pflegegrad oder eine Schulbegleitung.

Die Freude über den Förderpreis ist auch in der Bibliothek groß „Wir glauben, dass Informationen aus allen Lebensbereichen in der Bibliothek frei und kostenlos für alle verfügbar sein sollten. Wir haben zwar bereits eine große Auswahl an Medien in unserem Familienregal, freuen uns aber dieses nun zu erweitern, um den Fokus noch mehr auf diese wichtige Gruppe legen zu können.“ so Maja Kos, Bibliotheksleiterin.

Von dem Förderpreis, welcher auf 500 € dotiert ist, sollen weitere Medien für die Bücherecke für Pflegefamilien angeschafft werden. Außerdem sponsert die Stiftung zum Wohl des Pflegekindes eine Tagesveranstaltung in der Stadtbibliothek Hoyerswerda im Jahr 2025 als kostenfreies Angebot für Pflegeeltern, Fachkräfte der sozialen Arbeit und im Familienrecht tätige Personen.

Frau Schutza sieht den Förderpreis als Motivation. So wird Sie ab dem 13.08.2024 jeden Dienstag von 12:00 – 14:00 Uhr in der Bibliothek ein neues Angebot starten. Im Mittelpunkt stehen Informationsgespräche zum Pflegekinderwesen für (werdende) Pflegeeltern, Herkunftseltern, Pädagogen und Fachkräfte der sozialen Arbeit sowie alle Interessierten. Die Informationen erfolgen nach den Leitsätzen der Stiftung zum Wohl des Pflegekindes und umfassen auch FASD-, AD(H)S- und traumagerechte Erziehung. Das Angebot wird kostenlos sein. Wer sich für das neue Beratungsangebot ab August oder das Elternfrühstück interessiert, kann zur Infostunde einfach vorbeikommen oder sich direkt bei Nicole Schutza per E-Mail melden.

Die Fachliteratur aus der Brigitte-Reimann-Stadtbibliothek Hoyerswerda kann auch per Fernleihe in jeder anderen Bibliothek ausgeliehen werden.

Pressemitteilung der Brigitte Reiman Stadtbibliothek, Hoyerswerda vom 21. Mai 2024

Das könnte Sie auch interessieren

Erfahrungsbericht

Sophie - ein Erfahrungsbericht

Erfahrungsbericht einer Pflegemutter, die ein sehr junges Kind in Bereitschaftspflege aufnimmt und dann nach mehrere - für das Kind schwierigen - Rückführungsversuchen, das Kind in Absprache mit der Großmutter als Vormund in Dauerpflege übernimmt.
Erfahrungsbericht

Wir wurden Pflegeeltern - ein Blick zurück

In diesem Erfahrungsbericht schreibt eine Pflegemutter sowohl über die persönliche Entwicklung und Veränderung durch die Aufnahme von Pflegekindern als auch über die Anforderungen und Alltagserfahrungen mit ihren Pflegekindern. Es ist der Autorin ein besonderes Ansinnen, andere Menschen für die Aufnahme von Pflegekindern zu interessieren und zu motivieren und ihnen Mut zu machen.
Erfahrungsbericht

von:

Eine Welt bricht zusammen, weil ein Löffel zu Boden fällt

Wenn den viereinhalbjährigen Kevin (Name von der Redaktion geändert) die Wut packt, sieht sein Zimmer nachher aus, als ob ein Orkan hindurchgezogen wäre. Kreuz und quer liegen die Trümmer des Ausrastens, einmal klaffte sogar in der Zimmertür ein Loch.
Hinweis

von:

KulturZeit für die ganze Familie

Die EmMi Lübeskind gGmbH lädt Pflegefamilien ein ins Theater an der Parkaue in Berlin ... natürlich mit allen Kindern der Familie, die mitkommen möchten. Gemeinsam mit einer Projektgruppe des Instituts KMM in Hamburg wurde eine exklusive und sehr abwechslungsreiche Erlebnisreise gestaltet ... mit allem Drum und Dran. Bewerben Sie sich rasch um die kostenlosen Familien-Tickets
Tiefergehende Information

Beispiel für einen Antrag auf Hilfe für junge Volljährige

Hier finden Sie einen Antrag auf Hilfe für junge Volljährige gemäss § 41 SGB VIII, den eine junge Volljährige für sich formuliert hat.
Kommentar

von:

Schützt das Bundesverfassungsgericht Pflegekinder nicht mehr? Sind Pflegekinder „Kinder 2. Klasse“?

Bundesverfassungsgericht, Kammerentscheidung vom 28.08.2023 – 1 BvR 1088/23 –

Eine kritische Kommentierung von Rechtsanwalt Peter Hoffmann und Prof. Dr. jur. Ludwig Salgo zum Urteil des Bundesverfassungsgerichts und der dazugehörenden Pressemitteilung vom 7.09.2023. zur Herausnahme eines Pflegekindes aus seiner Pflegefamilie.
Tiefergehende Information

Beteiligung des Pflegekindes an der Hilfeplanung

Informationen und Überlegungen zu der Frage, wie die ernsthafte Beteiligung der Pflegekinder an den Entscheidungen im Hilfeplanverfahren gestärkt und vertieft werden kann.
Kommentar

von:

von:

Lebenswurzeln

Rezension zum Buch "Diese eine Blume, die uns verbindet"

Im Oktober diesen Jahres präsentierte LöwenzahnErziehungshilfe e.V., Oberhausen, das Buch "Diese eine Blume, die uns verbindet - Erfahrungen von ehemaligen Pflegekindern". Acht ehemalige Pflegekinder, die von LöwenzahnErziehungshilfe e.V. über viele Jahre in ihren Pflegefamilien begleitet worden waren, hatten sich im Rahmen eines speziellen Projektes zusammen gefunden, um über das, was ihnen wichtig erschien in ihrem Leben und über ihr Pflegekind-Sein ein Buch zu schreiben. Wir veröffentlichen hierzu eine Rezension dieses Buches von Andreas Schulz, Psychosoziale Dienstleistungen Enzian.
Kommentar

von:

von:

"Ich könnte das ja nicht…!" 

Wenn Menschen, die bisher nicht viel von Pflegefamilien gewusst haben, den Berichten von Pflegeeltern zuhören, kommt häufig der Kommentar: "Ich könnte das ja nicht...!" Eine Pflegemutter und Vorsitzende eines Landesverbandes, die das schon soooo oft gehört hat, beschreibt die zwiespältigen Gefühle, die bei diesem Satz in ihr hochkommen.
Alltag mit Kindern

Reaktionen von Pflegekindern - Teil 2

Immer wieder erleben Pflegeeltern ein Verhalten ihres Pflegekindes, das sie überrascht und oft unverständlich für sie ist - bis ihnen klar wird (oder sie zumindest vermuten), dass das Kind seine Erfahrungen von früher auf heute überträgt. Wie gut könnten die Pflegeeltern ihr Pflegekind verstehen, wie hilfreich wäre es für eine angemessene Reaktion auf das kindliche Verhalten, wenn die Pflegeeltern über die Geschichte des Kindes doch noch mehr wüssten. Hier finden Sie einige weitere Beispiele von zuerst irritierendem Verhalten eines Pflegekindes.