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02.05.2023
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Emotionale Gewalt gegen Kinder

Das Niedersächsische Sozialministerium zum diesjährigen Tag der gewaltfreien Erziehung: Psychischer Gewalt als häufigste Form der Misshandlung von Kindern und Jugendlichen entschlossen begegnen.

Anlässlich des diesjährigen Tages der gewaltfreien Erziehung am Sonntag, dem 30. April, machen Niedersachsens Kinder- und Jugendminister Dr. Andreas Philippi und der Deutsche Kinderschutzbund, Landesverband Niedersachsen, auf die psychische Gewalt als häufigste und gleichzeitig oft nicht erkannte Form der Misshandlung von Kindern und Jugendlichen aufmerksam. Die Folgen von emotionaler Gewalt sind schwerwiegend für die psychische Gesundheit und es gilt, sich ihr mit vereinten Kräften entschlossen entgegenzustellen, so der Minister: „Gewalt an Kindern und Jugendlichen– in jeglicher Form – ist absolut inakzeptabel. Die gesamte Niedersächsische Landesregierung setzt sich für einen verbesserten und effektiven Schutz von jungen Menschen vor Vernachlässigung und Gewalt ein. Das werden wir mit einer Kinderschutzstrategie auch noch einmal untermauern. Genauso wichtig ist es aber, zum einen von Gewalt betroffenen Kindern und Jugendlichen umfassend und schnell zu helfen und zum anderen natürlich auch Eltern, Kinder und Jugendliche aufzuklären.“

Dafür läuft seit November 2022 unter dem Motto #einetrachtliebe eine Social Media Kampagne zur gewaltfreien Erziehung. „Wir wollen Mütter und Väter motivieren, sich mit Erziehungsfragen auseinanderzusetzen, ihren Erziehungsstil zu reflektieren und bei Bedarf Beratungsstellen zu kontaktieren. #einetrachtliebe soll neugierig machen und wie ein Alltagsrezept wirken. Die Social Media Kampagne bietet hier Tipps, Anregungen, Infos und Beratungsmöglichkeiten“, so Minister Philippi und empfiehlt einen Blick auf http://www.instagram.com/einetrachtliebe/ und http://www.kinderschutz-niedersachsen.de/einetrachtliebe.

Die Grenzen von Gewalt sind oft fließend: Drohungen und Beleidigungen, die auf den Selbstwert des Kindes zielen und das Kind herabsetzen. Negative Erfahrungen können sich mit der Zeit summieren und die Wahrscheinlichkeit für eine psychische Erkrankung steigern. Bei jüngeren Kindern führen emotionale Misshandlungen vor allem zu einer Störung des Sozialverhaltens bzw. zu Verhaltensauffälligkeiten, bei älteren Kindern können daraus sogar Depressionen und Angststörungen resultieren, die Kinder und Jugendliche häufig ihr ganzes Leben begleiten. Eine aktuelle vom Bundesministerium für Bildung und Forschung bei der Uni Leipzig in Auftrag gegebene Studie zeigt, wie hoch der Anteil Betroffener ist. Fast 800 Kinder und Jugendliche wurden im Rahmen der Studie interviewt, zum Teil kam der Kontakt durch die Vermittlung von Jugendämtern zustande. Mehr als 300 Kinder und Jugendliche berichteten im Rahmen der Studie von erlebten Misshandlungen, davon fast 250 von emotionaler Gewalt.

Daniela Rump, Landesvorsitzende des Kinderschutzbundes Niedersachsen, sagt dazu: „Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung. Dazu gehört nicht nur ein Aufwachsen ohne körperliche und sexualisierte Gewalt, sondern auch ein Aufwachsen in Geborgenheit. Eltern und Beziehungspersonen sind als Quelle von Sicherheit und Trost für Kinder und Jugendliche besonders wichtig. Deshalb bietet der Kinderschutzbund Hilfe, Beratung und Unterstützung an, wie z. B. in unseren Kursen „Starke Eltern – starke Kinder®“, in den Beratungsstellen und Kinderschutz-Zentren sowie am Kinder- und Jugendtelefon mit seinem Angebot „Jugendliche beraten Jugendliche.“

Servicehinweis:

  • Eine Übersicht über Hilfs- und Unterstützungsangebote, Adressen und Kontaktmöglichkeiten rund um den Kinderschutz in Niedersachsen bietet die Website http://www.kinderschutz-niedersachsen.de.
  • Unter der „Nummer gegen Kummer“, der 116 111 können von Gewalt betroffene Kinder und Jugendliche direkt telefonischen Kontakt zu professionellen Fachkräften aufnehmen.
  • Weitere Informationen rund um die Arbeit des Deutschen Kinderschutzbundes, Landesverband Niedersachsen gibt es online unter http://www.dksb-nds.de

Pressemitteilung des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung 

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