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08.11.2018
Kommentar

Neuer Anlauf - neues Glück?

Als Teilnehmerin der Auftaktveranstaltung "Mitreden - Mitgestalten" habe ich meine Eindrücke zusammengefasst.

Am 6. November waren Vertreter der Kinder- und Jugendhilfe zur Auftaktsveranstaltung des Dialogprosses "Mitreden-mitgestalten" nach Berlin geladen. Die Adoptiv- und Pflegefamilienverbände waren durch die vier Bundesorganisationen des Runden Tisches vertreten. Es wurde sofort deutlich, dass die Hauptziele des Dialogprozesses "Transparenz"und "Eingebunden werden" auch schon diesen Auftakt bestimmten, denn als erstes wurden wir Teilnehmer direkt mit dem Veranstalter internetmäßig verbunden und konnten somit spätere Fragen unmittelbar beantworten.

Diese Antworten ergaben dann später z.B., dass weit über die Hälfte der Teilnehmerinnen "alte Hasen" in der Kinder- und Jugendhilfe waren und mehr als zehn Jahre - viele schon mehr als zwandzig Jahre  -  dort tätig waren.Es zeigte sich auch, das gut 47 % der Teilnehmer diesem neuen Auftakt zur Modernisierung der Kinder- und Jugendhilfe neugierig und 37 %  eher skeptisch gegenüber standen.

Der Vormittag dieser Veranstaltung diente dazu, den kommenden Prozess des Dialoges zu verdeutlichen. Bis Ende 2019 wollen alle Beteiligten miteinander sprechen, sich zuhören, ihre Meinungen kundtun, Ideen entwickeln, Kompromisse aushandeln. Das alles mit dem Ziel, dass Anfang 2020 durch das Bundesfamilienministerium in Zusammenarbeit mit den anderen betroffenen Ministerien ein Gesetzesentwurf erarbeitet wird.

Der Umfang des Dialoges wurde anhand präzise ausgearbeiter Schritte in Grafiken verdeutlicht und vorgestellt. Ebenso lernten wir Teilnehmer alle Mitarbeiter der Geschäftsstelle, der begleitenden wissenschaftlichen Institutionen, des Familienministeriums und weitere Beteiligte kennen. 

In den Vorträgen und auf der Podiumsdiskussion wurden die Schwerpunkte des Dialoges klarer:

  • Wir fangen nicht bei Null an, sondern bauen auf die Diskussionen der letzten Jahre auf.
  • Verbesserung wird es nicht zum gleichen Preis geben, es wird mehr kosten.
  • ALLE Kinder in die Kinder und Jugendhilfe.
  • Inklusion bedeutet nicht nur Behinderung oder Nichtbehinderung sondern die Akzeptanz der Eigenart und der Persönlichkeit jeden Kindes.

Um dem Anspruch gerecht zu werden, wurden vier Arbeitsgruppen gegründet u.a. zum Thema "Fremdunterbringung und Partizipation". Dazu hatte ich mich angemeldet.

Klar wurde der Wunsch nach Tranzparenz und damit verbundener guter Dokumentation von Meinungen und Ergebnissen.

"Der Prozess ist so wirksam wie wir ihn machen, sonst wären wir nicht hier" fasste Staatssekretärin Caren Marks zusammen.

Nach dem sehr motivierenden Auftritt von Bundesministerin Dr. Franziska Giffey ging es am Nachmittag in eine erste Phase der Dialoggruppen.

Ich fand diese Auftaktsveranstaltung gelungen und glaubwürdig. Allerdings werde ich etwas kurzatmig bei der Vorstellung, in welchem Umgang im nächsten Jahr Arbeit zu leisten ist aber - wenn viele wollen, wird es gelingen. Für mich zeigte diese Veranstaltung, dass es einen ernst gemeinten und großzügig gestalteten Rahmen des Ministeriums gibt, um die Ziele erreichen zu können. Auf der Webseite http://www.mitreden-mitgestalten.de wird es dauerhafte Information und Diskussionsgelegenheit für alle Interessierten geben.