Sie sind hier

02.04.2024
Interview

Unsere Adoptivtochter wollte ihre leibliche Mutter kennenlernen.

Interview mit einer Adoptivmutter über den längeren Weg, den sie, der Adoptivvater und die Adoptivtochter zurückgelegt haben, um die leibliche Mutter des Mädchens kennenlernen zu können.
Das Interview führte Henrike Hopp, die die Familie auch auf dem Weg fachlich begleitet hatte. 
HH: Sie haben Ihre Tochter als jungen Säugling adoptiert. War die Adoption ein Thema in Ihrer Familie?

AM: In unserer Familie wurde die Adoption nie zu einem Geheimnis gemacht. Auch mit unserer Tochter Nicole haben wir stets offen darüber gesprochen.

HH: Hat sie nach ihrer Herkunftsfamilie gefragt?

AM: Natürlich hat sie gefragt. Leider konnten wir Nicoles Fragen nur sehr lückenhaft beantworten, da wir nicht viel über ihre Herkunft wussten. Aber wir haben ihr versprochen, ihr zu einem späteren Zeitpunkt zu helfen, die Fragen beantwortet zu bekommen. Als Nicole 10 Jahre alt war, zeigte sie Interesse, ihre leibliche Mutter kennen zu lernen.

HH: Wie haben Sie auf dieses Interesse reagiert?

AM: Mein Mann und ich waren zuerst unsicher über die Vorgehensweise und darüber, wann wohl der richtige Zeitpunkt, das richtige Alter für dieses kennen lernen sei. Darum sind wir zur Selbsthilfe-Initiative der Pflege- und Adoptivfamilien an unserem Ort gegangen. Dort haben wir dann erfahren, dass unsere Tochter mit 16 Jahren auf jeden Fall das Recht hat, die leibliche Mutter kennen zu lernen. Je nach dem Stand ihrer Entwicklung wäre dies auch schon mit 14 Jahren sinnvoll. Da uns 10 Jahre zu früh war, haben wir mit Nicole vereinbart, dass wir mit ihr auf Suche gehen, wenn sie 14 Jahre alt ist. Darauf hat sie sich einlassen können.

HH: Was passierte, als sie ihren vierzehnten Geburtstag hatte?

AM: Zu unserer Überraschung passierte gar nichts. Wir wollten auch nicht drängen und warteten, ob sie die Sache in Angriff nehmen wollte. Doch auch sie wartete auf uns. Das merkten wir zwei Monate später, als sie mir sagte, sie müsse wohl mal zum Jugendamt gehen und sich dort nach der leiblichen Mutter zu erkundigen, da wir ja nichts täten.

HH: War sie sauer?

AM: Sie hatte eindeutig das Gefühl, dass wir ihr ein Versprechen gegeben hatten, aber uns nicht so richtig trauten. Und da wollte sie sich eben allein auf den Weg machen. Sie beruhigte uns, dass wir vor diesem Schritt keine Angst haben müssten. Für sie sei es selbstverständlich, dass wir ihre Familie sind und bleiben werden. Aber es gäbe in ihrem Leben noch etwas Unbekanntes, wonach sie forschen müsse.

HH: Sie haben ihr dann angeboten, den Weg zusammen zu gehen?

AM: Ja, wir wollten zu unserem Versprechen stehen und hatten, wie schon gesagt, ihr eigentlich nur nichts aufdrücken wollen, wozu sie vielleicht noch nicht bereit war und haben deswegen auf sie gewartet. Aber sie hat das eben anders verstanden. Wir haben dann noch einmal miteinander gesprochen und konnten das Problem schnell lösen. Wir haben ihr dann vorgeschlagen, nicht über das Jugendamt zu gehen. Wir hatten Sie ja über die Selbsthilfeinitiative kennen gelernt und wollten erst einmal bei Ihnen anzufragen, ob Sie mit uns den Weg gehen würden. Damit war Nicole einverstanden.

HH: Wir trafen uns ja dann. 

AM: Ja, wir haben uns mit Ihnen abgestimmt um dann zu dritt die Vorgehensweise zu überlegen. Anschließend besprachen wir es mit Nicole. Uns war besonders wichtig, das Nicole die einzelnen Schritte absegnete und jeden Schritt auch verarbeiten konnte. So sollte zwischen jedem weiteren Schritt erst eine Rückmeldung zu Nicole und uns sein und sie und wir würden dann grünes Licht für den nächsten Schritt geben.

HH: Welche Schritte wurden geplant?

1. Ausfindig machen der Adresse der Herkunftsmutter;
2. Anschreiben der Herkunftsmutter;
3. wenn die Mutter sich meldet, einladen ins Büro der Sozialarbeiterin;
4. dort kennen lernen der Sozialarbeiterin und der Herkunftsmutter;
5. bei diesem Treffen sollten schon Fragen, die Nicole hatte und der Sozialarbeiterin gegeben hatte, an die Mutter weiter gegeben werden;
6. Rückmeldung der Sozialarbeiterin über das Treffen an Nicole und uns Eltern;
7. Überlegungen von uns - machen wir weiter? Wenn ja:
8. Treffen von uns Adoptiveltern und leiblicher Mutter mit der Sozialarbeiterin in deren Büro;
9. Rückmeldung dieses Treffens an Nicole;
10. Entscheidung von Nicole, was sie jetzt möchte;
11. wenn sie will, dann gemeinsames Treffen mit uns Eltern, der leiblichen Mutter, Nicole und der Sozialarbeiterin wiederum in deren Büro;
12. nach diesem Treffen würde sich dann alles weitere entwickeln oder nicht.

HH: War Nicole mit diesem Weg einverstanden?

AM: Ja, sie fand die einzelnen Schritte gut. Sie gaben ihr ja eine Kopie der vereinbarten Schritte, damit sie die Möglichkeit hatte, eventuell noch Schritte zu verändern oder zu ergänzen.

HH: Hat sie sich noch dazu geäußert?

AM: So wie wir es besprochen hatten, wollte sie es gemacht haben.

HH: Nachdem Nicole grünes Licht gegeben hatte ging es los?

AM: Ja, wir hatten inzwischen die Adresse der leiblichen Mutter ausfindig gemacht und Sie haben ihr ja dann folgenden Brief geschrieben:

"Sehr geehrte Frau ... betrifft den (Geburtsdatum von Nicole) Ich bin gebeten worden, mich deswegen mit Ihnen in Verbindung zu setzen. Wenn Sie möchten, bitte ich Sie, mich anzuschreiben oder mit mir zu telefonieren."

HH: Erinnern Sie sich noch an die Rückmeldung?

AM: ja, die kam sofort. Die leibliche Mutter hat unmittelbar, nachdem sie den Brief erhalten hat, bei Ihnen angerufen und sie haben uns sofort über das Gespräch informiert.

HH: Waren Sie überrascht?

AM: Ich hatte nicht damit gerechnet, dass die Rückmeldung so schnell erfolgen würde. Diesen Schritt hatte ich mir schwieriger vorgestellt. Ich war froh zu erfahren, dass die leibliche Mutter für ein Treffen bereit war und freute mich für unser Kind.

HH: Wie hat Nicole reagiert?

AM: Bei ihr war die Reaktion "Siehste, ich hab gewusst, sie meldet sich sofort". Sie hat dann gefragt, ob die leibliche Mutter schon was erzählt hätte. Dann hat sie Fragen für das erste Treffen formuliert:

  • Wo lebt die Mutter?
  • Habe ich Geschwister?
  • Warum hat sie mich abgegeben?
HH: Dann gab es zuerst einmal ein Treffen zwischen mit und der Herkunftsmutter?

AM: Genau und Sie haben uns dann folgendes berichtet: Die Mutter kam mit ihrem Ehemann und zwei ihrer Kinder. Sie war sehr aufgeregt und erzählte bereitwillig wie sie lebt, dass es noch mehrere Geschwister gibt und was die Familie so macht. Die Frage, warum sie Nicole abgegeben hat, hatten Sie wegen der anwesenden Kinder ja nur sehr vorsichtig gestellt und sie gab auch nur eine sehr vorsichtige Antwort. Die Mutter zeigte sich dann mit den besprochenen Schritten zum kennen lernen einverstanden. Sie war einfach nur glücklich, etwas über Nicole zu erfahren und sie evtl. sogar sehen zu können. Wir vereinbarten ja anschließend alle zusammen einen gemeinsames erstes Treffen. 

HH: Wie war Ihr Gefühl, als ich Ihnen von dem Gespräch berichtete?

AM: Als Sie die leibliche Mutter beschrieben und über den Besuch berichteten, war ich erleichtert. Ich konnte davon ausgehen, dass die leibliche Mutter unser Familienleben und die Beziehung zwischen Nicole und uns Eltern nicht zerstören würde. Aber ein wenig Angst blieb schon, wie eng der Kontakt im Nachhinein sein würde und ob nicht doch negative Einflüsse Auswirkungen haben werden. Oder drängelte die leibliche Mutter vielleicht? Doch es war sehr beruhigend zu wissen, dass sie den vereinbarten Weg mit uns gehen würde, dass sie sich neutral verhielt und Nicole den Ablauf bestimmen ließ. Ich hatte auch ehrlich gesagt Angst davor gehabt, dass die leibliche Mutter ein "Nein" zu der Suche sagen würde und kein Interesse an Nicole hätte und war erleichtert, als alles so gut klappte.

HH: Dann gab es das erste gemeinsame Treffen der Erwachsenen.

AM. Etwa drei Monate nach dem ersten Überlegungen lernten wir die leibliche Mutter von Nicole in Ihrem Büro kennen. Bei diesem Treffen war die Mutter und ihr Mann schon da, als mein Mann und ich rein kamen. Ich war aufgeregt, welchen Eindruck sie auf mich und ich auf sie machen würde und wie wir miteinander umgehen würden. Aber als ich sie sah und wir uns begrüßt hatten, ging es mir schon besser. Ich habe dann einige Fragen an sie gestellt und zwar zur gesundheitlichen Situation und zu Erbkrankheiten. Und auch, warum sie Nicole zur Adoption freigegeben hat, wie sie so lebt und was sie macht. Ich erhielt auf alle Fragen eine Antwort. Während dieser Unterhaltung bin ich immer ruhiger geworden und war mir ziemlich sicher, dass durch diese Frau unser Familienleben nie in irgend einer Form zerstört wird und dass sie das Treffen gemacht hat, um Nicole den Gefallen zu tun, sie kennen zu lernen. Das Gespräch dauerte etwa eine Stunde. Ich hatte das Gefühl: einmal gesehen und die Last war weg. Es war ein harmonisches Gespräch. Es war leichter dadurch, dass  Sie dabei waren und dass sie die Mutter schon kannten.
Als wir wieder zuhause ankamen, wurden wir sofort von Nicole überfallen und mussten alles genau berichten. Es ging mir gut dabei und ich habe auch alles locker erzählen können. Nicole wurde jetzt besonders neugierig und wollte nun alles ganz schnell haben.

HH: Haben Sie sich von der Eile anstecken lassen?

AM: Nun ja, ich habe am nächsten Tag bei Ihnen angerufen und grünes Licht für den nächsten Schritt gegeben. Die Terminvereinbarung zog sich dann doch etwas hin, so dass der Termin, an dem Nicole ihre Mutter treffen würde, erst 10 Wochen später statt fand.

HH: Hatte Nicole eine Vorstellung. wie der Termin ablaufen sollte?

AM: Oh ja, Nicole hatte präzise Vorstellungen. Erstens wollte sie nur ein Frauentreffen, d.h. leibliche Mutter (ohne Ehemann), Nicole, ich und Sie. Mein Mann nahm diesen Wunsch gelassen hin. Nicole nutzte die Zeit bis zum Treffen, um sich selbst vorzubereiten. Sie suchte Fotos heraus und gab mir "genaue Anweisungen", wie das Treffen ablaufen sollte: Sie und ich sollten zuerst im Büro sein, sollten bereits sitzen und nicht aufstehen, wenn die leibliche Mutter hereinkäme. Sie bereiteten dann mit der Mutter das Treffen telefonisch vor.

HH: War Nicole kurz vor dem Treffen nervös oder aufgeregt?

AM: Eigentlich war sie ganz normal, aber am Abend vorher bekam sie Angst, wirkte sehr aggressiv und wollte dieses Treffen nicht mehr haben. Sie sagte: "Eigentlich will ich gar nicht die sondern lieber meine Schwester kennen lernen".

HH: Waren sie verblüfft? Nach all den Vorbereitungen nun das?

AM: Meine Reaktion war, Nicole zu erklären, dass die Frau von weit herkommt, Nicole den Termin wollte und ihn daher auch nun wahrnehmen muss. Weil ich sie aber so bedrängte, wollte sie jetzt gar nicht mehr. Am nächsten Morgen rief ich Sie dann an und Sie meinten ja, dass Nicole nicht muss, wenn sie nicht will. Auch wenn sie ganz kurz, also unmittelbar vor dem Treffen nein sagen würde, wäre dies in Ordnung. Ich holte Nicole wie vereinbart von der Schule ab und sagte ihr, was Sie mir gesagt hatten: Dass es jetzt schwer für sie ist. Wenn sie es aber geschafft hat, dann ist sie zufrieden und fühlt sich ganz stark, aber es kann sein, dass sie es diesmal noch nicht schafft. Dann ist es auch in Ordnung und wir lassen es.

HH: Konnten Sie und Nicole das so annehmen?

AM: Nicole merkte, dass ich meine Meinung vom Abend vorher verändert hatte und dass ich es ihr jetzt wirklich frei überlassen konnte, ob sie das Treffen machen wollte oder nicht. Durch die freie Wahl konnte sie nun auch frei entscheiden und entschied sich, zum Treffen zu gehen. Sie hat sich gut angezogen und sich sicher gemacht. Im Auto war alles normal - ich war aufgeregt. Ich machte mir Gedanken: wie wird sie das alles aufnehmen. Wir hatten vorher schon viel darüber gesprochen und sie hat immer gesagt: "Lass mal, das mache ich schon. Alles Weitere wird sich beim Gespräch von selbst ergeben".

HH: Lief der erste Moment des Treffens so ab, wie Nicole es gewollt hatte?

AM: Genau so, wir waren da und die leibliche Mutter kam etwas später allein ins Büro. Nicole, Sie und ich saßen da und ich war überrascht über die Fassung von Nicole. Wie sie sich verhalten hat, das hat mich überrascht. Die Mutter ist reingekommen, hat gezittert, hat ihr die Hand gegeben und geweint. Sie hat sich dann hingesetzt, Nicole einfach nur angeguckt und gesagt: "Du siehst aus wie deine große Schwester". Ich habe dann gemerkt, dass Nicole sich sehr gut im stillen Kämmerlein auf das Treffen vorbereitet hatte. Sie sagte: "Ich habe Fotos mitgebracht, möchtest du sie sehen?" und hat dadurch die Spannung rausgenommen. Nicole war souverän. Beim Erzählen fiel mir immer wieder auf, dass sie sich viel auf uns - ihre Adoptiveltern - bezog und mich immer wieder mit ins Gespräch hinein nahm.

HH: Wie sprach Nicole ihre leibliche Mutter an?

AM: Ach ja, dass habe ich vergessen zu erzählen. Beim ersten Treffen zwischen uns Adoptiveltern und der Mutter haben wir vereinbart, dass Nicole ihre leibliche Mutter mit Vornamen anreden könnte und wir uns mit Sie und Frau und Herr .... Wir waren aber bereit, unsere Namen der Mutter bekannt zu geben. Das war auch so mit Nicole besprochen.

HH: Zurück zum Treffen, wie ging es weiter?

AM: Das Gespräch dauerte etwa anderthalb Stunden. Als es dann beendet wurde, blieb die Mutter etwas zurück, blieb bei Nicole stehen und fragte, ob sie sie einmal umarmen dürfe. Nicole meinte: "Ja, warum nicht" und ließ sich umarmen und die Mutter sagte ihr, wie toll sie sie findet. Dann ging sie. Dieses Umarmen war für mich eine Situation bei der ich dachte: "Spielt sich hier noch was ab?" und hörte dann von Nicole, dass dies bei ihre keine Gefühle ausgelöst habe und sie dem wenig Bedeutung beimaß.

HH: Zu Hause angekommen, wie war es da für Sie?

AM: Es ging uns gut, wir sind noch essen gegangen und waren zufrieden und entspannt.

HH: Hat Nicole noch anschließend etwas zu Ihnen gesagt?

AM: Nach dem Gespräch hat sie zu uns gesagt: "Ein bisschen verbindet mich mit ihr, z.B. haben wir gemeinsame Hobbies" aber es ist völlig klar, dass wir ihre Familie sind und das wir Mutter und Vater sind und innerliche Gefühle hätte sie für ihre leibliche Mutter gar nicht. Sie hätte uns lieb und gehörte da nicht hin. Es wäre ein anderes Leben, was diese Familie führt und sie spürt, dass sie da nicht hingehört, möchte aber weiterhin Kontakte haben und eventuell auch mal dort einen Besuch machen.

HH: Hat es noch mal Kontakte zueinander gegeben?

AM: Beim Treffen waren auch Adresse und Telefonnummern ausgetauscht worden und zwei Wochen nach dem Treffen schrieb die Mutter an Nicole, erwähnte dass es ihr gut ging und dass sie froh sei, dass Nicole so gute Eltern habe und ließ uns auch grüßen. Es sei in Ordnung, dass sie so wenig über Nicole wüsste und habe auch keine weiteren Fragen. Sie erwähnte auch, dass die ältere Schwester von Nicole diese gern kennen lernen würde und ob dies machbar sei.

HH: Nicole hat dann Kontakt zu dieser Schwester aufgenommen?

AM: Ja, es gab Kontakt per Handy, dann zwei brieflche Kontakte und dann haben wir überlegt, wie ein Treffen möglich wäre. Da alles so gut gelaufen war bisher, waren wir der Überzeugung, dass wir Sie diesmal nicht beteiligen brauchten. Die Schwestern haben sich dann in der Nähe des Wohnortes der leiblichen Familie getroffen. Wir haben Nicole dort hingebracht, die leibliche Mutter die Schwester. Die beiden Mädchen konnten ein paar Stunden zusammen verbringen. Später wurden sie von den Erwachsenen wieder abgeholt.

HH: Wie war dieses Treffen für die Mädchen?

AM: Beide waren glücklich, dass sie sich kennen gelernt haben und haben dann häufiger per SMS miteinander Kontakt gehabt. Aber die Abstände werden immer größer, wobei im Grunde herein geplant ist, dass die Schwester uns einmal besuchen wird. Nicole will ihr dann hier ihre Umgebung zeigen. Aber wie gesagt, der Kontakt ist nun doch selten geworden.

HH: Wenn Sie jetzt so knapp zwei Jahre nach Nicoles 14. Geburtstag zuriickblicken - wie sehen Sie jetzt dies ganze Unterfangen?

AM: Es geht mir gut, dass es so gelaufen ist und dass dadurch kein Knacks in unsere Familie gekommen ist. Ich bin froh darüber, dass die leibliche Mutter sehr zurückhaltend ist und sehr darauf achtet, Nicole entscheiden zu lassen. Ich befürchtete zu Beginn, dass sie alle Nase lang am Telefon sein würde und damit Nicole verunsichern könnte. Nicole hat ihren Wunsch erfüllt bekommen. Sie hat ihre leibliche Mutter kennen gelernt, sie kennt ihren Ursprung, kann Kontakt aufnehmen, wenn sie möchte. Damit ist die Sache auch mehr oder weniger für sie abgeschlossen. Sie ist aufgeschlossener und ruhiger geworden und hat in der Schule selbst noch einmal einen Vortrag gehalten über die Kontakte und über Pflege- und Adoptivkinder. Sie hat dies darin alles positiv geschildert. Irgendwie ist der Dampf raus und sie hat das alles verarbeitet. Eine große Rolle hat dabei gespielt, dass wir immer offen waren und sie hat auch gesagt, dass diese Klarheit des Wissens um die Adoption ihr diesen souveränen Umgang mit ihrer Herkunft ermöglicht.

Das könnte Sie auch interessieren

Tiefergehende Information

Das traumatisierte Kind und seine Entwicklung in der neuen Familie

Das Besondere im Umgang mit traumatisierten Adoptiv- oder Pflegekindern ist die Tatsache, dass die Kinder auf die neuen Pflege-/Adoptivfamilien ihre alten Erfahrung mit Familie bzw. Eltern übertragen und nach einer Phase der Eingewöhnung ihre bisherigen Lebensstrategien wieder hervorholen.
Alltag mit Kindern

Adoptivelterngruppe in Berlin

Selbsthilfekontaktstelle in Berlin möchte neue Adoptivelterngruppe aufbauen.
Erfahrungsbericht

Erfahrungsbericht über die Adoption älterer Kinder

Von einer Adoptivmutter haben wir einen ausführlichen Erfahrungsbericht über die Adoption ihrer "älteren Kinder" bekommen. Die Geschwister waren zum Zeitpunkt der Adoption vier und acht Jahre alt. Sie lebten in einem Kinderheim in Krasnodar in Südrussland.
Tiefergehende Information

Adoption aus Russland

Russland ist ja bekannt für´s Trinken, viele deutsche Ehepaare adoptieren Kinder aus Russland, sind voller Freude über den Nachwuchs. Leider werden viele davon später enttäuscht, wenn es klar wird, dass ihr Kind doch nicht gesund ist, sondern an FAS leidet. Ein Artikel von Ann Gibson
Erfahrungsbericht

Mails unserer Leserinnen und Leser zum Thema Spätadoption

Lesen Sie hier einige Erfahrungsberichte, die uns per Mail erreicht haben.
Interview

von:

Unsere Tochter und wir lernen ihre leibliche Mutter kennen

Vor einigen Jahren hat die Adoptivfamilie die leibliche Mutter und die leibliche Schwester der Adoptivtochter kennen gelernt. Der Weg dorthin wird in diesem Interview, dass die Adoptivmutter mir gegeben hat, beschrieben.
Interview

von:

Interview mit Wolfgang Gerts, Bundesverband für Eltern ausländischer Adoptivkinder e.V.

Wolfgang Gerts ist zweiter Vorsitzender des Bundesverbands für Eltern ausländischer Adoptivkinder e.V. Moses-online führte ein Interview mit ihm zum Thema Auslandsadoption
Tiefergehende Information

Erstes Kennenlernen - Die Reise ins Herkunftsland

Vor der Reise müssen die Bewerber sich je nach Land um Visa und Impfungen kümmern. Die Vermittlungsstelle regelt die Unterbringung der Bewerber und die Kontakte mit den Behörden, bestellt einen Dolmetscher und einen Rechtanwalt. Die Adoptionsbewerber werden vor Ort begleitet.
Hinweis

Angleichung von privaten Krankenkassenbeiträgen für Adoptivkinder

Viele Adoptiveltern müssen bisher erheblich erhöhte private Krankenkassenbeiträge für ihre Adoptivkinder zahlen. Diese Praxis wird hinterfragt. Die Beiträge sollen denen der leiblichen Kinder angeglichen werden.