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02.05.2024
Hinweis

Der Urlaub kommt schneller, als man denkt.

Der Berufsverband der Kinder und Jugendärzte BVKJ weist in einer Pressemitteilung auf die Notwendigkeiten von Impfungen für geplante Ferienreisen hin und rät dringend, bereit heute an Reiseimpfungen zu denken.

Die Koffer sind gepackt, die Haustiere durch Freunde versorgt, alle sind aufgeregt und fiebern dem Start in den Urlaub entgegen. Jedoch vergessen viele Familien, die für ihr Reiseziel empfohlenen Impfungen rechtzeitig prüfen zu lassen. Deshalb rät der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzt*innen e.V. (BVKJ) dazu, frühzeitig an die Reiseimpfungen für Kinder zu denken.

„Bei stark diskutierten Erkrankungsrisiken, zum Beispiel bei den Zecken, werden Impfungen vor dem Urlaub recht oft nachgefragt. Andere gefährliche Krankheiten, wie bakterielle Hirnhautentzündung, Leberentzündung oder schlicht und einfach Keuchhusten, finden in der Regel keine Beachtung“, erklärt Michael Achenbach, Kinder- und Jugendarzt sowie Pressesprecher des BVKJ-Landesverbands Westfalen-Lippe. „Dabei kann gerade Keuchhusten für Babys lebensgefährlich sein – und bei dieser Krankheit hatten wir zum Beispiel erst kürzlich eine Erkrankungswelle in Dänemark, also gar nicht weit weg.“

Dänemark ist ein gutes Beispiel dafür, dass Risiken nicht nur bei Fernreisen bestehen. „Eine Hepatitis-A-Impfung kann schon für viele Länder am Mittelmeer sinnvoll sein“, betont Achenbach. In diesem Zusammenhang weist er auf ein weiteres Problem hin: „Last-Minute-Impfen ist schwieriger als Last-Minute-Reisen. Gerade wenn für ein Reiseziel mehrere Impfungen notwendig sind, benötigt man unter Umständen ein wenig Zeit. Außerdem sind bei vielen Impfstoffen Mindestabstände zu beachten.“

Viele Kostenträger sind inzwischen bereit, Auslagen für Reiseimpfberatung, Impfstoffe und Impfdurchführung teilweise oder vollständig zu erstatten. Dies sollte im Einzelfall vorab mit der jeweiligen Kasse geklärt werden. Achenbach zum Schluss: „Welche Reiseimpfungen durchgeführt werden sollten, ist immer eine individuelle Entscheidung abhängig von Reiseziel, Risikobereitschaft und persönlichem Gesundheitszustand. Wir Kinder- und Jugendärzt*innen stehen den Familien daher gerne beratend zur Seite.“

Pressemitteilung des BVKJ vom 30. April 2024

Wichtiger Hinweis für Pflegeeltern 

Bitte denken Sie daran, dass Impfungen nicht zum Bereich der Alltagssorge gehören, in dem Pflegeeltern eigenständig entscheiden können. Eine Impfung ist eine Entscheidung des Personensorgeberechtigten des Pflegekindes. Bitte setzen Sie sich daher zur Frage der Impfung mit dem Personensorgeberechtigten (Eltern, Vormund, Pfleger) des Kindes in Verbindung, um die Frage der Impfung zu klären. Wenn Pflegeeltern juristisch unberechtigt selbst entscheiden und das Pfegekind impfen lassen und das Kind durch die Impfung einen Impfschaden erleidet, haften die Pflegeeltern vollumfänglich. 

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Hinweis

Infektionsschutzgesetz: Wieder mal zu Lasten der Kinder?

Eine gemeinsame Pressemitteilung von DGKJ, DGPI und dem Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte BVKJ. In dem heute auch vom Bundesrat verabschiedeten Infektionsschutzgesetz wird – so befürchtet es die Kinder- und Jugendmedizin – eine klare Benachteiligung der Kinder festgeschrieben.