Sie sind hier

07.03.2012
Gerichtsbeschluss erklärt

Keine Zweitadoption durch eingetragenen Lebenspartner

In seinem Beschluss vom 1.12.2009 ( AZ 15 Wx 236/09) entschied das Oberlandesgericht Hamm, dass ein bereits angenommenes Kind von dem eingetragenen Lebenspartner des Annehmenden nicht ein weiteres Mal angenommen werden kann.

Themen:

In seinem Beschluss vom 1.12.2009 (AZ 15 Wx 236/09) entschied das Oberlandesgericht Hamm, dass ein bereits angenommenes Kind von dem eingetragenen Lebenspartner des Annehmenden nicht ein weiteres Mal angenommen werden kann.

Die Begründung dazu:

„Eine gleichzeitige oder nachfolgende mehrfache Adoption durch einen Lebenspartner schließe das geltende Recht aus. Die Tatsache, dass das Adoptionsverhältnis den Grundrechtsschutz der Familie gemäß Art.6 Abs. 1 GG genießt, zwinge den Gesetzgeber nicht zu der Ausgestaltung, dass eine gemeinsame Adoption minderjähriger Kinder durch gleichgeschlechtliche Lebenspartner eröffnet wird.
Die Zulässigkeit der Einführung der eingetragenen Lebenspartnerschaft lasse dem Gesetzgeber die Befugnis, der Ehe in bestimmten Hinsichten Exklusivität einzuräumen.
Ehe und Adoption seien immer noch dem Erziehungsbild gewidmet, dass die Kindererziehung die Aufgabe von Vater, Mutter und Kind als Familie sei. Damit sein ein gewichtiger Sachgrund für die Ungleichbehandlung von gleichgeschlechtlichen Lebenspartnern gegenüber Ehegatten gegeben.
Im Hinblick auf eine Änderung der derzeitigen gesetzlichen Regelung verweist das Oberlandesgericht auf den Gesetzgeber: Der Gesetzgeber sei nicht behindert, das im Adoptionsrecht verankerte Familienbild zu ändern, se dazu aber nicht verpflichtet.“

Zwischenzeitlich haben sich die JustizministerInnen der Länder für ein Adoptionsrecht auch eingetragener Lebenspartnerschaften ausgesprochen.

Das könnte Sie auch interessieren

Stellungnahme

Hinweise und Reaktionen auf illegale Adoptionen von Kindern von 1970 bis 1990

Aufgrund des Schweizer Berichtes zu illegalen Adoptionen in Sri Lanka hatte der Schweizer Bundesrat einen weiteren Auftrag erteilt, mit dem insbesondere die Adoptionspraxis aus weiteren Herkunftsländer erforscht werden sollte. Das Ergebnis dieser Auftrages wurde nun von der Züricher Hochschule für angewandte Wissenschaften veröffentlicht. Anschließend wurde von einer Schweizer Kommission eine Empfehlung zur Hilfe bei Herkunftssuche von Adoptierten erarbeitet. 'Pach Pflege- und Adoptivkinder Schweiz' veröffentlichte dazu eine Stellungnahme.
Arbeitspapier

Aktueller Rundbrief der ADA-Adoptionsberatung e.V.

ADA berichtet von ihrer Adoptionsarbeit in verschiedenen Ländern und über die eigene Entwicklung in 2012.
Gerichtsbeschluss erklärt
vom: 
26.03.2019
Fachartikel

von:

Elternzeit und Kündigungsschutz nach dem Bundeserziehungsgeldgesetz bei Adoptionen

Ein Beitrag von Rechtsanwalt Peter Hoffmann über die Ungleichstellung von adoptierten und leiblichen Kindern im Bereich des arbeitsrechtlichen Kündigungsschutzes für Adoptiveltern.
Stellungnahme

von:

Gesetz zum Ausbau der Hilfen für Schwangere – Regelung der vertraulichen Geburt

Der Deutsche Kinderschutzbund hat eine Stellungnahme zum Entwurf eines Gesetzes zum Ausbau der Hilfen für Schwangere – Regelung der vertraulichen Geburt erarbeitet.
Stellungnahme

Minimallösung verschenkt Chance auf ein modernes Adoptionsrecht

Der Juristinnenbund ist vom Referentenentwurf des Bundesministeriums der Justiz zur Adoption enttäuscht.
Fachartikel

von:

Adoptivkinder aus fremden Ländern und ihre Eltern - Ergebnisse einer Befragung

Für Außenstehende wird kaum erkennbar, wie es nach der Ankunft des Kindes in seiner neuen Familie weitergeht, wie es sich also entwickelt, wie seine neuen Eltern mit ihm zurecht kommen, ob sie ihre Entscheidung für die Adoption Jahre später vielleicht sogar bereuen, und wie Angehörige, Freunde, andere Kinder auf das meist auch fremdländisch aussehende Kind reagieren. Studie von Diplom-Psychologe Reinhard Holzapfel darüber, wie Adoptiveltern die Entwicklung ihrer Adoptivkinder einschätzen und wie sie sich mit diesen Kindern fühlen. Die Antworten der befragten Eltern geben starke Hinweise darauf, dass es den Eltern in der Regel gelingt, einen Umgang mit Störungen zu finden und den Kindern in ihrer Entwicklung zur Seite zu stehen.
Fachartikel

von:

Selbstschädigung und Bedeutung

Was ist der Auslöser, die Zielsetzung und Wirkung selbstschädigenden Verhaltens bei Kindern in Adoptiv- und Pflegefamilien? Von Dr. phil. Richard M. L. Müller-Schlotmann
Fachartikel

von:

Kinder in Vollzeitpflege und ihre Krisen

In seiner langjährigen Praxis hat der Autor ein Modell für Fachberater, Pflegefamilien, Adoptivfamilien und Erziehungsstellen zur Entwicklung von Pflegekindern und ihren Krisen entwickelt.
Gerichtsbeschluss erklärt

Elterngeld für Pflegeeltern nur bei Adoptionspflege

Das Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen (LSG NRW) hat in einem jetzt veröffentlichten Urteil vom 9.3.2012 als erstes Landessozialgericht in Deutschland entschieden, dass Pflegeeltern nur bei Adoptiospflege Anrecht auf Elterngeld haben.