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22.04.2013
Forschungsbericht

Sind Einzelkinder anders?

Das Österreichische Institut für Familienforschung der Uni Wien hat sich mit dieser Frage beschäftigt und ein 'Work Paper' dazu erarbeitet.

Themen:

Aus der Einleitung der Studie

Mit dem Rückgang der Geburtenzahlen ist verknüpft, dass Familien heute kleiner sind, d.h.aus weniger Mitgliedern bestehen. Für die Familienbeziehungen heißt das, dass sich die so genannten "vertikalen" Verwandtschaftsbeziehungen ausdünnen: Kinder von heute wachsen seltener mit Geschwistern auf, und sie haben auch weniger Cousinen und Cousins. Innerhalb der Familien gibt es also weniger Gleichaltrigen-Beziehungen. Oft wird daraus die Annahme abgeleitet, Einzelkinder seien eine wachsende Gruppe in westlichen Gesellschaften.
Das stimmt so jedoch nicht, denn aus Kinderperspektive hat sich lediglich deren durchschnittliche Geschwisterzahlreduziert, mehr Einzelkinder gibt es seit den 1960er Jahren trotzdem nicht.
Dennoch erscheinen Einzelkinder als "interessante" Gruppe innerhalb der Familienforschung, denn bisherige Studien haben gezeigt, dass das Aufwachsen ohne Geschwister zu einer Betonung des Vater -
Mutter - Kind - Dreiecks führt, wohingegen das Erlernen von Koop
eration unter Gleichaltrigen verzögert stattfindet. Was die familiale Sozialisation als Einzelkind jedoch für die zukünftige Biografie bedeutet, ist kaum erforscht. Besonders für die Familienforschung scheint die folgende Frage interessant: Was kann ein Aufwachsen als Einzelkind für die eigene familiale Zukunft dieser Personen bedeuten? Denn gerade im Zuge der Diskussionen um sich verändernde Familienbiografien (z.B. verzögerter Auszug aus dem Elternhaus und spätere Familiengründung, mehr kinderlose Paare) scheint es interessant, dieses Feld einmal aus einer anderen Perspektive zu
betrachten: Ist es denkbar, dass Einzelkinder andere familiale Lebensentwürfe und Wertvorstellungen haben als Personen, die mit
Geschwistern aufgewachsen sind?

Hier können Sie die Studie lesen