Sie sind hier

30.05.2013
Forschungsbericht

Projektarbeit Identitätsbildung von Pflegekindern - Ein besonderer Blick erwachsener Pflegekinder auf die frühere Unterbringung

Projektstudie von Carmen Schäfer und Maria Gonschorek, Hochschule Mittweida vom Februar 2013.

In der Einleitung des Projektberichtes heißt es:

Zu wissen, wer man ist und wo man herkommt, ist für viele selbstverständlich. Gerade im Bereich des Pflegekinderwesens ist dieses Wissen aber nicht immer gegeben. In einigen Fällen haben Kinder die Möglichkeit, sich bei Bedarf in ihren Herkunftsfamilien über ihre Vergangenheit zu informieren. Diese Auseinandersetzung mit ihrer Herkunftsgeschichte ist eine wichtige Grundlage, sich emotional und sozial entfalten und so eine gesunde Identität entwickeln zu können. In anderen Fällen, in denen Kinder aus unterschiedlichsten Gründen von ihrer originären Familie getrennt leben (müssen), sind Rückfragen zu ihrer Vergangenheit unterbrochen oder unmöglich geworden.

So etwas kann zu einer Lücke im Leben führen und als problematische Belastung von den Betroffenen empfunden werden.

Durch das Praxisforschungsprojekt „Pflegekinderwesen“ entsprang die Motivation uns mit diesem spannenden Thema der Identitätsbildung von Pflegekindern zu beschäftigen. Wir stellen uns die Frage, wie ehemalige Pflegekinder die Zeit der früheren Unterbringung in einer Pflegefamilie erlebten, wie sich bei den Pflegekindern die Identität ausgebildet hat und welche Rolle dabei die Pflegefamilie spielte.
Das Interessante aber auch Erschreckende dabei ist, dass es bisher keine deutschen Längsschnittstudien darüber gibt, was ehemalige Pflegekinder über die Zeit der Unterbringung in einer Pflegefamilie berichten.

Dies veranlasste uns, sich mit diesem Thema näher zu beschäftigen. Unser Vorhaben war es deshalb, mit zwei ehemaligen, nun volljährigen Pflegekindern in Kontakt zu treten und deren Sichtweise auf die frühere Unterbringung zu erfassen.
Als Leitfaden für die Befragung dienten uns zwei vorher aufgestellte Arbeitshypothesen, die anhand der Theorie anschließend geprüft werden sollen.

Zunächst soll erst einmal geklärt werden, wie sich der Forschungsstand darstellt. Danach versuchen wir den Begriff „Identität“ für uns verständlich und fassbarer zu machen. Dabei greifen wir auf die Identitätstheorie nach E. H.Erikson (1959) zurück. Im methodischen Teil soll unser Vorgehen verdeutlich werden. Hier stellen wir unsere Fragestellung, Vorüberlegungen, die angewendeten Methoden, unseren Ablauf - und Zeitplan sowie unsere Thesen dar. Der praktische Teil soll klären wie wir die Interviews und Fallanalysen vor und nachbereitet haben. Hinzu reflektieren wir die Umsetzung und Vorgehensweise der praktischen Phase im vierten Abschnitt der Projektarbeit.
Im anschließenden Teil der vorliegenden Arbeit sollen das Interview und die Fallanalysen anhand der Identitätstheorie nach E. H.Erikson (1959) geprüft werden. Abschließend wollen wir ein Fazit darüber ziehen, wie die frühere Unterbringung in einer Fremdfamilie aus der reflektierten Sicht der Pflegekinder auf die Identitätsentwicklung gewirkt hat und inwiefern sich die Theorie auf die Praxis übertragen lässt.

Hier können Sie die gesamte Projektarbeit lesen