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Basiswissen

Fernsehen lernen – Tipps für Eltern von 3-4 Jährigen Fernsehanfängern 10 Goldene Regeln für TV-Anfänger

Hinweise für Eltern von Kindern, die das Fernsehen entdecken

1. Von Anfang an hinschauen

Kinder unter drei Jahren brauchen kein Fernsehen. Achten Sie auch schon bei Babys und Kleinkindern darauf, dass Kinder nicht mit Sendungen und Inhalten in Kontakt kommen, die nicht für sie geeignet sind. Bereits diese frühen Erfahrungen prägen die spätere Fernsehnutzung.

2. Vorbildfunktion beachten

Sie zeigen durch Ihr Verhalten, was Fernsehen für Sie bedeutet: Ist es selbstverständlich, dass der Fernseher nach einer Sendung ausgeschaltet wird? Läuft der Fernseher nebenbei? – Kinder werden Ihr Verhalten nachmachen. Sie sind bei der Mediennutzung das wichtigste Vorbild für Ihre Kinder. Achten Sie auf Ihr eigenes Fernsehverhalten und geben Sie auch in Ihrem Familienleben den Medien keine zu große Bedeutung.

3. Behutsam starten

Führen Sie Ihre Kinder langsam an die Medien heran, denn auch Fernsehen will gelernt sein. TV-Anfänger müssen nicht jeden Tag fernsehen. Kurze Sendungen von 5 bis 10 Minuten sind für den Anfang ausreichend. Wenn Sie bereits wissen, wie Ihr Kind auf das Fernsehen reagiert, kann der TV-Spaß schon mal etwa 20 Minuten dauern. Vier- bis Fünfjährige können bis zu 30 Minuten am Tag fernsehen, am besten gemeinsam mit einem Erwachsenen.

4. Gemeinsam fernsehen

Begleiten Sie Ihr Kind bei den ersten Schritten in der Medienwelt. Schauen Sie gemeinsam Fernsehen und achten Sie darauf, wie Ihr Kind auf das Gezeigte reagiert. Reden Sie mit ihm über die Sendung und machen Sie das Fernsehen zu einem besonderen Ritual für die Familie. Schauen Sie z.B. einmal in der Woche alle zusammen eine bestimmte Sendung oder eine DVD an.

5. Sendungen gezielt auswählen

Wählen Sie Sendungen aus, die ausdrücklich für Kinder im Kindergarten- oder Vorschulalter geeignet sind. Geschichten mit einfacher Erzählweise und positiven Botschaften oder einem Happy End eignen sich besonders gut.

6. Klare Regeln vereinbaren

Vereinbaren Sie mit Ihren Kindern klare Regeln, wann, wie lange und was sie im Fernsehen schauen dürfen und achten Sie auf die Einhaltung der Vereinbarung.  Schon allein aus diesem Grund gehört ein Fernseher nicht ins Kinderzimmer, denn dann ist Kontrolle kaum noch möglich.

7. Über Erlebnisse sprechen

Achten Sie auf die Signale Ihres Kindes beim Fernsehen und gehen Sie darauf ein. Seien Sie nicht irritiert, wenn Ihr Kind beim Fernsehen spricht oder im Zimmer umherläuft. Hierdurch verarbeitet es die Fernseherlebnisse. Nehmen Sie die Sendung zum Anlass, mit den Kindern über das Gesehene zu sprechen. Auch der Austausch über Kleinigkeiten, z.B. über die Hosenfarbe des Hauptdarstellers, kann für Kinder wichtig sein. Entscheidend ist das gemeinsame Gespräch, das durch das gemeinsame Fernsehen entsteht.

8. Auch mal abschalten

Kinder sind beim Fernsehen ganz bei der Sache. Mit Herz und Verstand. Deshalb brauchen sie nach dem Fernsehen Möglichkeiten, zur Ruhe zu kommen und das Gesehene für sich zu verarbeiten. Gerade wenn Kinder etwas sehr beschäftigt oder aufwühlt, ist es für sie wichtig, erst einmal „Dampf abzulassen“ und dann mit Mama oder Papa darüber zu sprechen. Wenn Kinder unmittelbar vor dem Schlafengehen fernsehen, fehlt dafür oft die Zeit. Eine Geschichte vor dem Schlafengehen lässt Kinder ruhiger werden und leichter einschlafen.

9. Fernsehen ist kein Ersatz

Nutzen Sie die Medien nicht als Ersatz für gemeinsame Aktivitäten. Das Sandmännchen am Abend ersetzt nicht die vorgelesene Gute-Nacht-Geschichte. Gerade für kleine Kinder ist es wichtig, Zeit mit ihren Eltern zu verbringen, sich zu unterhalten, Fragen zu stellen und gemeinsame Erfahrungen zu machen.

10. Den Tagesablauf nicht diktieren lassen

Lassen Sie sich Ihren Tagesablauf nicht vom Fernsehen vorschreiben. Möchten Sie oder Ihre Kinder gar nicht auf eine Sendung verzichten, gibt es ja noch den DVD-Rekorder, der zeitunabhängiges Fernsehen ermöglicht. Zeichnen Sie die Lieblingssendungen Ihrer Kinder auf oder sehen Sie sich diese in den Mediatheken der TV-Sender an. Es besteht kein Grund, alles stehen- und liegenzulassen. So lernen die Kinder, dass man die Art, die Menge und den Zeitpunkt  der Mediennutzung selber bestimmen kann, statt sich Zeiten vorschreiben zu lassen.

Letzte Aktualisierung am: 
01.08.2011