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Alltag mit Kindern

Essen horten - zu viel, zu wenig essen

Probleme mit dem Essen zeugen davon, dass das Kind in seiner Vorgeschichte schwere Vernachlässigung erlitten hat. Besonders sehr junge Kinder leiden in starkem Maße unter Vernachlässigung, weil sie diesem Verhalten der Eltern nichts entgegen zu setzen haben und hilflos und ohne ein Zeitempfinden ausgeliefert sind. Für diese Kinder bedeutet Vernachlässigung eine Traumatisierung.

Probleme mit dem Essen zeugen davon, dass das Kind in seiner Vorgeschichte schwere Vernachlässigung erlitten hat.
Besonders sehr junge Kinder leiden in starkem Maße unter Vernachlässigung, weil sie diesem Verhalten der Eltern nichts entgegen zu setzen haben und hilflos und ohne ein Zeitempfinden ausgeliefert sind. Für diese Kinder bedeutet Vernachlässigung eine Traumatisierung. Die Vernachlässigung bedeutet für sie existenzielle Todesangst und brennt sich tief als reiner Überlebenskampf ein. Das Hirn wird entsprechend verknüpft und reagiert daher im einmal Erlebten – auch wenn die Kinder nun in einer Pflegefamilie leben und dort regelmäßig und angemessen versorgt werden. Die Überlebensstrategie „ Wenn du Essen hast dann nimm so viel wie möglich denn du weißt nicht, wann es wieder Essen gibt“ bleibt lange Zeit bestehen, auch wenn die Kinder schon auf dem inneren Weg hin zu ihren Pflegeeltern sind – aber jede Verunsicherung unterbricht diesen Weg und lässt die Überlebensstrategien wieder aufleben.

Kinder mit schweren Vernachlässigungen

  • über“fressen“ sich - haben kein Maß
  • verweigern das Essen
  • horten das Essen in allen möglichen Ecken ihres Zimmers, im Tornister, unter der Matratze, in Regalen etc.
  • sichern sich andere „Geber“ z.B. in dem sie zu Nachbarn gehen und sagen, sie würden bei Ihnen nicht genügend bekommen, oder ihr Schulbrot vor der Schule in den Mülleimer werfen und in der Schule darüber klagen, kein Schulbrot bekommen zu haben.

Sie müssen sich sicher sein, auch unabhängig vom Essens-Angebot der Pflegeeltern überleben zu können. Sie müssen die Kontrolle über Essen haben.

Tipps für den Alltag

  • klar strukturierter Tagesablauf mit gleichen und verlässlichen Essenszeiten
  • regulieren Sie die Essensmenge des Kindes, denn es weiß nicht wann es satt ist
  • sprechen Sie mit ihm darüber und erklären Sie ihm, warum Sie das tun
  • ermöglichen Sie ihrem Kind Zugang zum Essen, welches Sie für es aussuchen z.B. Knäckebrot, Obst
  • machen Sie deutlich klar, dass nur bei Ihnen (oder bei Besuch mit Ihnen) gegessen wird
  • klären Sie diese Regel auch mit Ihren Nachbarn und erklären Sie, dass dies dem Kind hilft, Vertrauen zu Ihnen aufzubauen.
  • beenden Sie den Tag mit einem Ritual in dem Sie mit dem Kind jeden Abend vor dem Schlafengehen auf einen kleinen Tisch Knäckebrot, Obst und etwas zu trinken stellen und deutlich machen, dass dies für das Kind ist wenn es nachts Hunger und Durst verspüren sollte. Das Kind erkennt so, dass Sie sein Bedürfnis und seine Ängste verstehen und akzeptieren und ihm so helfen wollen.
  • Nehmen Sie das Verhalten des Kindes nicht persönlich – es kann nicht anders, es braucht noch Zeit
  • Bemerken Sie auch, wenn sich Dinge zum Positiven entwickeln – z.B. wenn Ihr Kind seinen Teller nach einer Weile wegschiebt und sagt, es sei satt – oder wenn es sich bei einem Besuch wirklich nicht vier sondern nur ein Stück Kuchen auf den Teller tut.
  • Geraten Sie nicht in Verzweiflung, wenn die Dinge sich auch wieder rückwärts entwickeln – das Kind ist dann in einer Krise oder hat ein Problem. Bleiben Sie gelassen und ermuntern Sie das Kind, doch mit Ihnen über seine Schwierigkeiten zu sprechen.
Letzte Aktualisierung am: 
22.09.2009

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