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Frage und Antwort

Covid 19 - Impfung für Kinder

Können wir Pflegeeltern nach der Stiko-Empfehlung unser Pflegekind nun gegen Covid 19 impfen lassen?

Themen:

Nein - das können Pflegeeltern nicht! Eine Impfung ist eine Grundentscheidung des Sorgeberechtigten (Vormund, Pfleger oder Eltern). Pflegeeltern können nun dann diese Entscheidung treffen, wenn sie selbst Vormund oder Pfleger für die Gesundheitsfürsorge ihres Pflegekindes sind. Jede Impfung ist ein Eingriff in den Körper und es kann somit nicht völlig ausgeschlossen werden, dass das Kind Schäden erleiden könnte. Aus diesem Grund kann eine solch bedeutsame Entscheidung nur vom Personensorgeberechten gefällt werden. Es liegt nun an den Eltern oder dem Vormund Ihres Pflegekindes, eine Impfentscheidung zu treffen. Sicherlich wird ihm/ihr die komplette Stiko-Empfehlung in seiner/ihrer Entscheidungsfindung helfen können. Erst wenn der Sorgeberechtigte diese Grundentscheidung getroffen hat, können die Pflegeeltern zum Arzt ihrer Wahl oder zu einer anderen Impfstelle gehen und das Pflegekind impfen lassen. Bitte wenden Sie sich aber vorab zur Klärung der Impfberechtigung an den Personenberechtigten ihres Pflegekindes.

Pressemitteilung der STIKO zur COVID-19-Impfempfehlung für Kinder im Alter von 5 bis 11 Jahren (9.12.2021)

Die STIKO aktualisiert ihre COVID-19-Impfempfehlung und empfiehlt Kindern im Alter von 5 bis 11 Jahren mit Vorerkrankungen die Impfung gegen COVID-19. Bei individuellem Wunsch können auch Kinder ohne Vorerkrankung geimpft werden. Der Beschlussentwurf ist soeben in das vorgeschriebene Stellungnahmeverfahren gegangen.

In Abwägung aller bisher vorhandenen Daten empfiehlt die STIKO die COVID-19-Impfung für Kinder im Alter von 5-11 Jahren mit verschiedenen Vorerkrankungen. Zusätzlich wird die Impfung Kindern empfohlen, in deren Umfeld sich Kontaktpersonen mit hohem Risiko für einen schweren COVID-19-Verlauf befinden, die selbst nicht oder nur unzureichend durch eine Impfung geschützt werden können (z. B. Hochbetagte sowie Immunsupprimierte). Darüber hinaus können auch 5- bis 11-jährige Kinder ohne Vorerkrankungen gegen COVID-19 nach entsprechender ärztlicher Aufklärung geimpft werden, sofern ein individueller Wunsch der Kinder und Eltern bzw. Sorgeberechtigten besteht.

Es ist empfohlen die Impfung mit 2 Impfstoffdosen des mRNA-Impfstoffs Comirnaty (10µg) im Abstand von 3-6 Wochen durchzuführen.

Ziel der Empfehlung ist es u.a. schwere COVID-19-Verläufe und Todesfälle bei Kindern im Alter von 5-11 Jahren zu verhindern. Zwar ist die 7-Tagesinzidenz in der Altersgruppe sehr hoch, so dass man davon ausgehen kann, dass ohne Impfung ein Großteil der 5- bis 11-Jährigen mittelfristig infiziert werden wird, allerdings verlaufen die meisten Infektionen asymptomatisch. Derzeit besteht für Kinder ohne Vorerkrankungen in dieser Altersgruppe nur ein geringes Risiko für eine schwere COVID-19-Erkrankung, Hospitalisierung und Intensivbehandlung. Hinzu kommt, dass das Risiko seltener Nebenwirkungen der Impfung auf Grund der eingeschränkten Datenlage derzeit nicht eingeschätzt werden kann. Daher spricht die STIKO für 5- bis 11-jährige Kinder ohne Vorerkrankungen derzeit keine generelle Impfempfehlung aus. Sobald weitere Daten zur Sicherheit des Impfstoffs in dieser Altersgruppe oder andere relevante Erkenntnisse vorliegen, wird die STIKO diese umgehend prüfen und die Empfehlung ggf. anpassen.

Die STIKO weist erneut und nachdrücklich darauf hin, dass Eltern, Lehrer:innen, Erzieher:innen sowie andere Betreuungspersonen von Kindern und Jugendlichen dringend das Impfangebot inklusive Auffrischimpfung für sich wahrnehmen sollen.

Der Beschlussentwurf mit dazugehöriger wissenschaftlicher Begründung ist in das vorgeschriebene Stellungnahmeverfahren an die Bundesländer und die beteiligten Fachkreise gegangen. Änderungen sind daher noch möglich. Die Empfehlung der STIKO für Kinder von 5 bis 11 Jahren erscheint mit der wissenschaftlichen Begründung zeitnah im Epidemiologischen Bulletin.

 

 

 

Letzte Aktualisierung am: 
16.12.2021