Sie sind hier

24.05.2023

Vormundschaft - Akteur in der Kinder- und Jugendhilfe! Miteinander statt nebeneinander.

IMPUL!SE-Papier 5 aus 2023 von AFET - Bundesverband für Erziehungshilfe e. V. Die Reformen des SGB VIII und des Vormundschaftsrechts wurden gleichzeitig entwickelt. Das Arbeitspapier schaut auf die Parallelen in den beiden Gesetzen.
Einführung in das Arbeitspapier

Zugleich mit dem Kinder- und Jugendstärkungsgesetz wurde die Vormundschaftsrechtsreform entwickelt. Es macht Sinn, die Parallelen in den Blick zu nehmen. Soziale Dienste und Vormundschaft können von gemeinsamer Reflexion der gesetzlichen Neuerungen profiteren. Das gilt für eine verantwortliche Umsetzung der Kinderrechte, die sich an Bedürfnissen und Willen des Kindes orieniert, für eine Kooperation, die das Kind in den Mittelpunkt stellt, für eine gemeinsame und eine sensible Weiterentwicklung des Umgangs mit (nicht sorgeberechgten) Eltern. Außerdem wird in den Blick genommen, dass Beschwerdemöglichkeiten auch für Kinder unter Vormundschaft zu schaffen sind und zuletzt herausgestellt, dass der § 87c SGB VIII weiterentwickelt werden muss, der heute noch unterschiedslos bei Aufenthaltswechseln des Kindes den Wechsel der Amtsvormundschaft vorgibt.

Aus der Einleitung

Nicht nur die sozialen Dienste im Jugendamt zeigen sich in neuen (gesetzlichen) Kleidern, sondern auch die Vormundschaft . Das Kinder- und Jugendstärkungsgesetz (KJSG) verfolgt hohe Ziele: Besserer Kinder- und Jugendschutz, Stärkung junger Menschen, Hilfen aus einer Hand für Kinder mit und ohne Behinderung, mehr Prävention vor Ort und mehr Beteiligung. Die jungen Menschen stehen im Mittelpunkt. Sie sollen passgenaue Unterstützung bekommen. Dazu gehören auch die Stärkung der Elternarbeit und die Verbesserung der Kooperation.

Mit diesen Zielen korrespondieren die Prinzipien der Vormundschaftsrechtsreform, die am 1.1.2023 in Kraft getreten ist: Die Stärkung der Subjektstellung der jungen Menschen und eine bessere Berücksichtigung der Rechte der Eltern. Es entstehen neue Schnittstellen und Zuständigkeitsüberschneidungen, aber auch Potenziale voneinander zu lernen. Das Bundesforum plädiert daher für eine gemeinsame Reflexionskultur zwischen sozialen Diensten und Vormundschaft – unter Einbeziehung des Kindes und seiner Familie. 

Inhaltliche Schwerpunkte

1. Impuls: Gemeinsam Verantwortung übernehmen für die Realisierung von Kinderrechten

2. Impuls: Kooperationen gestalten - betroffene Beteiligte dabei einbeziehen

3. Impuls: Gemeinsame Reflexionskultur in der Kooperation mit den Eltern entwickeln

4. Impuls: Beschwerderechte auch gegenüber der Vormundschaft ermöglichen

5. Impuls: Selbstorganisation - auch etwas für die Vormundschaft

6. Impuls: Kontinuität in der Vormundschaft absichern

Fazit

Die Anliegen des KJSG und der Vormundschaftsrechtsreform treff en sich an vielen Punkten. Eine Umsetzung der beiden Reformen, die das Kind in den Mittelpunkt stellt, braucht eine gemeinsame Reflexionskultur der sozialen Dienste und der Vormundschaft . Dabei sollten, nicht nur fallbezogen, sondern schon bei der Weiterentwicklung der Arbeitsprozesse, die Sichtweisen junger Menschen, ihrer Familien und der Erziehungspersonen einbezogen werden

Das könnte Sie auch interessieren

Arbeitspapier

von:

Kleine Kinder in stationären Unterbringungen

Impul!se 4-2023 von AFET. Das Arbeitspapier beschäftigt sich mit der Frage: " 'Kleine Kinder in stationären Settings der Hilfen zur Erziehung - neue Impulse durch das KJSG?" Das Papier beschäftigt sich mit der Unterbringung junger Kinder in Heimeinrichtungen aufgrund fehlender Möglichkeiten der Unterbringung in Pflegefamilien.
Arbeitspapier

Landesrechtsvorbehalte im SGB VIII

Das SGB VIII hat als Bundesgesetz in einigen seiner Paragrafen "Landesrechtsvorbehalte" vorgeschrieben. Dies bedeutet, dass die jeweiligen Bundesländer explizit benannte Teile eigenständig regeln können.
Stellungnahme

Inklusive SGB-VIII-Reform zusammenhängend umsetzen!

Zwischenruf der Erziehungshilfefachverbände zur SGB-VIII-Reform und zu einzelnen Gesetzesvorhaben

Die Fachverbände der Erziehungshilfe begrüßten den breit angelegten Beteiligungsprozess, um das Recht der Kinder- und Jugendhilfe in einem neuen Anlauf weiterzuentwickeln. Sie haben sich mit ihrer Fachlichkeit und Erfahrung engagiert und konstruktiv in den Prozess eingebracht. Als Interessenvertretung junger Menschen und ihrer Familien sowie der Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe richten die Fachverbände den dringenden Appell an die verantwortlichen Abgeordneten des Deutschen Bundestages!
Stellungnahme

von:

Bundesinteressengemeinschaft der Pflegefamilienverbände (BiP) nimmt Stellung zum SGB VIII-Reform-Gesetzentwurf

Die Bundesinteressengemeinschaft der Pflegefamilienverbände (BiP) ist das gemeinsame Sprachrohr von PFAD Bundesverband der Pflege- und Adoptivfamilien e.V., dem Bundesverband behinderter Pflegekinder e.V. und der AGENDA Pflegefamilien. BiP hat an das Bundesfamilienministerium eine Stellungnahme gesandt, in dem sich die Interessengemeinschaft mit den Bereichen befasst, die behinderte und nichtbehinderte Pflege- und Adoptivkinder und ihre Familien im Focus hat.
Stellungnahme

von:

SGB VIII Reform: Diskussionen zur Stellungnahme des Bundesrates zum Regierungsentwurf

Die Stellungnahme des Bundesrates vom 12.2.2021 zum Regierungsentwurf für ein Kinder- und Jugendstärkungsgesetz hat natürlich Überlegungen und Antworten hervorgerufen. Aus den manchmal unterschiedlichen Sichtweisen der Beteiligten der Jugendhilfe werden Teile aus der Stellungnahme des Bundesrates zustimmend oder ablehnend kommentiert und ergänzende Vorschläge gemacht. Hier weisen wir auf die Stellungnahme der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (BAGFW) vom 12. März 2021 hin. Wir haben bereits am 16. Februar 2021 eine Stellungnahme von neun Institutionen zur Diskussion der möglichen Veränderungen in Fragen des Kinderschutzes veröffentlicht.
Stellungnahme

von:

Stellungnahme der Stiftung zum Wohl des Pflegekindes zur SGB VIII-Reform

Die Stiftung zum Wohl des Pflegekindes hat ebenfalls eine Stellungnahme zum Kinder- und Jugendstärkungsgesetz veröffentlicht. Die Stiftung bewertet den vorgelegten Referentenentwurf zur Reform des SGB VIII für Pflegekinder, Pflegepersonen und Herkunftseltern grundsätzlich positiv (Teil A und B). Erhebliche Einwände bestehen jedoch insbesondere zu einzelnen Vorschlägen des Entwurfs in Art. 6 (Teil C)
Stellungnahme

von:

Unterbringung von Kindern außerhalb ihrer eigenen Familie

Kindesinteressen wahren – Eltern unterstützen – Familien stärken

Eine Stellungnahme der Kinderschutzzentren zu den Reformbemühungen zum SGB VIII: Mitreden - Mitgestalten.
Stellungnahme

von:

Stellungnahme der Kinderschutzzentren zur SGB VIII-Reform

Der vorliegende "Entwurf eines Gesetzes zur Stärkung von Kindern und Jugendlichen " (KJSG) greift viele Regelungen älterer Entwürfe auf, modifiziert und differenziert jedoch an einigen bedeutsamen Stellen. Das besondere Verdienst der vorliegenden Fassung liegt vor allem darin, die Perspektive hin zu einer inklusiven Kinder- und Jugendhilfe zu öffnen. Auch begrüßen die Kinderschutz-Zentren die Stärkung der Bedeutung präventiver Ansätze und die ausdrücklich gewollte Verbesserung der Partizipation von Kindern und Jugendlichen und ihren Eltern als grundlegendes Gestaltungsprinzip der Kinder- und Jugendhilfe. In der vorliegenden Stellungnahme nehmen die Kinderschutzzentren zu ausgewählten Abschnitten und Regelungen genauer Stellung.
Arbeitspapier

von:

Inklusive Jugendhilfeplanung - neuer Schwung durch das KJSG

AFET-IMPUL!SE-Papier Nr. 17. Die Perspektive einer inklusiven Kinder- und Jugendhilfe ist nicht nur auf der Ebene der konkreten Fallarbeit eine Herausforderung in den nächsten Jahren. Das Ziel, für alle Kinder- und Jugendlichen im Sozialraum passgenaue Hilfen zu ermöglichen, ist nur durch eine Strukturentwicklung auf der Ebene von Organisation(en) und Sozialraum zu erreichen.
Stellungnahme

von:

von:

Interessantes für die Pflegekinderhilfe aus den Stellungnahmen der Experten

Stellungnahmen der Experten bei der Öffentliche Anhörung des Bundesrats vom 19.6.2017 zum Thema „Stärkung von Kindern und Jugendlichen“. Zwölf Personen und Institutionen sind vom Bundesrat gebeten worden, eine fachliche Stellungnahme für das Kinder- und Jugendstärkungsgesetz zu erarbeiten. Die einzelnen Stellungnahmen beziehen sich auf unterschiedliche Änderungsvorschläge des Gesetzes, je nach Schwerpunkt, fachlicher Arbeit und Erfahrung des Experten.