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05.05.2022
Abschlussbericht

Vormundschaften und Herkunftsfamilie

(Wie) Greifen Vormund*innen die Bedürfnisse und Wünsche von Kindern in Bezug auf ihre Herkunftsfamilie und Umgangskontakte auf? Wie können sie diese in die Bestimmung und Gestaltung des Umgangskontaktes mit der Herkunftsfamilie einbringen? Diesen Fragen ging das ISS in Kooperation mit dem Bundesforum Vormundschaft und Pflegschaft, dem Deutschen Institut für Jugendhilfe und Familienrecht (DIJuF) und dem Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) in dem auf zwei Jahre angelegten Projekt „Vormundschaften und Herkunftsfamilie“ nach.

Aus der Webseite des ISS

Aus der übergeordneten Fragestellung leiteten sich weitere Fragen ab:
  • Welche Bedürfnisse und Wünsche haben Kinder in Bezug auf ihre Herkunftsfamilie?
  • Greifen Vormund*innen die Bedürfnisse und Wünsche von Kindern auf und wenn ja, auf welche Weise werden diese thematisiert und in die Gestaltung des Umgangs eingebracht?
  • Welche Verfahrensweisen zu Regelung und Gestaltung des Umgangs können identifiziert werden? Welche Kooperationen werden eingegangen bzw. welche werden hierbei relevant? Welche zugrundeliegenden Organisationslogiken können ausgemacht werden?
  • Welche Empfehlungen lassen sich für eine Weiterentwicklung der Praxis ableiten?
Vorgehen und Methoden

Im Zentrum des Projekts stand eine vertiefende, qualitative Studie mit insgesamt 24 Einzelinterviews. Es wurden acht Mündel im Alter zwischen zwölf und 17 Jahren sowie ihre jeweiligen Vormund*innen mit der Methode eines problemzentrierten Interviews befragt. Vor dem Hintergrund der Ergebnisse aus den so gewonnenen Daten schlossen sich acht weitere Interviews mit anderen Akteur*innen an, die für die Entscheidung über und Regelung von Kontakten zur Herkunftsfamilie eine besondere Rolle zu spielen scheinen – wie bspw. Familienrichter*innen, Fachkräfte des ASD o. ä.

Ziel des Projektes

Das Forschungsprojekt zielte auf die Identifikation unterschiedlicher Erlebensweisen und -formen von Jugendlichen unter Vormundschaft sowie auf die Generierung von Wissen zur Praxis von Vormund*innen in Bezug auf Herkunftsfamilie und Umgangskontakte. Aus den dazu gewonnenen Erkenntnissen wurden Impulse für die Praxis abgeleitet und in die Praxis transferiert , wodurch Vormund*innen an Handlungssicherheit gewinnen können sollten.

Laufzeit des Projektes:

April 2020-März 2022

Veröffentlichungen

Die Untersuchungsergebnisse wurden im Rahmen einer Fachtagung des Bundesforums Vormundschaften im Dezember 2021 vorgestellt und diskutiert. Im April 2022 wurde der Abschlussbericht vorgelegt, der sowohl als Ganzes als auch in Kapiteln zum Download zur Verfügung steht

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