Adoptivkind

In diesem Schwerpunktthema befassen wir uns mit Verhaltensauffälligkeiten von Kindern. Das Verhalten des Pflege- und Adoptivkindes hat natürlich etwas zu tun mit dem, was er in seiner Ursprungsfamilie erlebt hat, also mit dem „früher“. Das Verhalten hat aber auch etwas zu tun mit dem „Hier und Jetzt“ d.h. mit dem, wie die jetzigen Erwachsenen um das Kind herum auf sein Verhalten reagieren.
Inzwischen wird in der Vermittlung, Betreuung und Begleitung von Pflegekindern davon ausgegangen, dass die weitaus größte Zahl der Pflegekinder vor der Unterbringung in der Pflegefamilie traumatische Lebenserfahrungen gemacht hat, und dass die Pflegekinder mit diesen Erfahrungen in die Pflegefamilie „einziehen“.
Hier thematisieren wir die Adoption älterer Kinder, auch Spätadoption genannt. Als ältere Kinder gelten Kinder ab dem Vorschulalter, wobei verschiedene Vermittlungsstellen unterschiedlich definieren. Das Jugendamt Frankfurt beispielsweise versteht unter Spätadoption die Adoption von Kindern zwischen drei und zwölf Jahen, der Landschaftsverband Rheinland zwischen fünf und zehn Jahren.
Der Buchhandel bietet mittlerweile eine Vielzahl von Büchern speziell für Kinder- und Jugendliche an, die in Adoptiv- und Pflegefamilien aufwachsen. Können diese Bücher den Kindern und Jugendlichen helfen, sich mit ihrer oft schwierigen Lebenssituation auseinanderzusetzen?
Seit jeher nehmen Menschen Kinder, die nicht ihre leiblichen sind, in ihre Familie auf und sorgen für sie. Lesen Sie hier unsere umfangreichen Grundinfos zum Thema Adoption.
Die Zeit, in denen sich Adoptierte damit beschäftigen, woher ihre biologischen Wurzeln stammen, kommt in den unterschiedlichsten Phasen des Lebens vor, da jedes Kind individuell ist. Fakt ist aber, dass sich fast alle Adoptierten damit beschäftigen, der eine früher, der anderen später, der eine mehr, der andere weniger. Die meisten inkognito-adoptierten Kinder beschäftigen sich mit ihrer Herkunftsfamilie in der Pubertät.
Vor einigen Jahren hat die Adoptivfamilie die leibliche Mutter und die leibliche Schwester der Adoptivtochter kennen gelernt. Der Weg dorthin wird in diesem Interview, dass die Adoptivmutter mir gegeben hat, beschrieben.
Immer wieder habe ich erlebt, dass Pflegekinder und Adoptivkinder sich selbst in Verantwortung gegenüber ihrer Herkunftsfamilie brachten. Sie sahen sich demnach deutlich als Teil dieser Familie und empfanden familiäre Verantwortung für Personen aus dieser Familie, besonders gegenüber der Mutter und den Geschwistern.
Traumatische Erfahrungen führen zu deutlichen Störungen in der Entwicklung des Kindes - im besonderen Maße in der eigenen Selbst- und Fremdwahrnehmung und im Bereich der Bindungen.
Die Gestaltung der Besuchskontakte bei Pflege- und Adoptivkindern ist ein wichtiger Faktor für das Gelingen oder Scheitern eines Pflegeverhältnisses oder auch eines offenen Adoptiv-verhältnisses. Das bei der Inkognitoadoption übliche völlige Ausgrenzen der Herkunftsfamilie hat sich nicht in jedem Fall bewährt , aber bei vielen Adoptivverhältnissen als großes Problem bei dem Finden einer eigenen Identität herausgestellt.