Ausschluss bzw. Beschränkung von Umgangskontakten

Textauszug:

Ein vollständiger Ausschluss des Umgangsrechts kommt nur in eng begrenzten Ausnahmefällen in Betracht. Dabei genügt nicht allein die Beachtung des Kindeswohls, da der Umgang mit den Eltern regelmäßig dem Wohl des Kindes förderlich ist (OLG Koblenz, ZFE 2007, 236, 237). Voraussetzung eines völligen Ausschlusses ist vielmehr, dass eine Gefährdung des Kindeswohls feststellbar ist, würde der Umgang durchgeführt werden, § 1684 Abs. 2 S. 2 BGB. Dies gilt auch dann, wenn die üblicherweise durch persönlichen Kontakt erfolgende Wahrnehmung des Umganges ausgeschlossen werden soll.

Ein persönlicher Kontakt mit der Kindesmutter würde eine Kindeswohlgefährdung zur Folge haben, der nach derzeitigem Stand nicht anders als durch den Ausschluss des Umgangsrechtes zu begegnen ist. Bei dem betroffenen Kind sind bereits Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen aufgetreten; insbesondere sind Aktivitäts-/Aufmerksamkeits-/Anpassungsstörungen festgestellt worden. Insoweit bedarf der betroffene Sohn einer besonderen Fürsorge, die ihm die Kindesmutter bei den Umgängen nicht gewährleisten kann. Die Kindesmutter, bei der es sich um die Adoptivmutter des betroffenen Kindes handelt, bedarf vielmehr selbst intensiver psychologischer Betreuung. Die sie behandelnden Ärzte vermuten bei ihr eine schizophrene Erkrankung, die dringend sowohl medikamentös als auch stationär behandlungsbedürftig ist. Da sich die Kindesmutter einer Behandlung aber zumindest teilweise verweigert, kommt ein unbegleiteter Umgang mit dem Kind nicht in Betracht.

Resultiert aus der Krankheitsgeschichte eines Elternteiles eine Gefährdung des Kindeswohls, so hat der persönliche Umgang regelmäßig aber in begleiteter Form stattzufinden (Grundsatz der Verhältnismäßigkeit; vgl. OLG Koblenz a. a. O.). Einem begleiteten Umgang widerspricht die Kindesmutter jedoch, weshalb dieser ebenfalls derzeit nicht in Betracht gezogen werden kann

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