Es gibt wohl nichts Schrecklicheres für ein Kind, einen jugendlichen oder erwachsenen Menschen, als bewusst und absichtsvoll gequält zu werden. Opfer sogenannter „Kinderpornografie“ und sadistischer bzw. ritualisierter Gewalt haben erlebt, wie Täter sie von einem menschlichen Wesen zu einem „Ding, mit dem man tun kann, was man will“, gemacht haben. Wie können wir die Überlebenden angemessen begleiten, was brauchen sie, um sich geschützt zu fühlen, wenn sie aus organisierten Täterringen fliehen, und wie muss die Gesellschaft ihnen entgegenkommen, damit sie merken, dass wir „verstanden“ haben?
Michaela Huber stellt in diesem Buch - dem zweiten Band der Reihe "Trauma und Traumabehandlung" auf eine auch für Laien verständliche Weise die ethischen Grundlagen der Traumabehandlung dar und beantwortet die wichtigsten Fragen von Betroffenen und Therapeuten rund um das Behandlungsgeschehen, zum Beispiel: Wann ist es Zeit für Traumatherapie - und wann nicht? Wieso brauchen Frauen und Männer verschiedene Therapien? Ambulante und/oder stationäre Traumatherapie? Wieso beginnt Traumatherapie mit Stabilisierung und Ressourcen-Aktivierung? Was heißt hier Täter-Opfer-Spaltung?
Etwa ein Drittel aller Menschen gerät irgendwann im Leben in ein Trauma: Eine Situation, in der man sich vom Tode bedroht fühlt, nicht davor fliehen und nicht dagegen ankämpfen kann, etwas erleben zu müssen, das "einfach zuviel" ist. Was machen unser Gehirn und unsere Seele in einer solchen Situation?