AFT - unzulässige Maßnahmen gegenüber Pflegeeltern?

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Thema: Aufsuchende Familientherapie Jugendamt Pflegeeltern

Personen / Institutionen: Peter Hoffmann

05.12.2016, letzte Aktualisierung am 10.12.2016
In mehreren Fällen griffen einige Jugendämter zu einer Maßnahme, vor der Pflegeeltern gewarnt werden müssen. Erklärungen zur "Aufsuchenden Familientherapie (AFT)"

Nicht selten gibt es zwischen aktiven Pflegeeltern und Jugendämtern Differenzen. Diese aktiven Pflegeeltern werden gelegentlich von einigen Jugendämtern als »unbequem«, »lästig« und in ähnlicher Weise empfunden. Auch wird dann auf »Zweifel an der Eignung der Pflegeeltern« seitens der Jugendämter hingewiesen.

In mehreren Fällen griffen jetzt einige Jugendämter zu einer Maßnahme, vor der Pflegeeltern gewarnt werden müssen:

1. AFT-Maßnahme

Zur Klärung der »Zweifel« wurden die Pflegeeltern gedrängt, einer sogenannten AFT-Maßnahme zuzustimmen, was »Aufsuchende Familientherapie« bedeuten soll.
Gleichzeitig wurde verlangt, dass der Therapeut / die Therapeutin einen Bericht an das Jugendamt übersenden solle.

Ein solches Vorgehen ist auf verschiedenen Ebenen unzulässig:

  • Eine »Therapie« setzt zunächst eine Diagnose voraus.
  • Die Diagnose kann nur von einem dafür ausgebildeten Spezialisten (Arzt etc.) erstellt werden.
  • Diese Diagnose muss einen krankhaften Zustand ergeben haben.
  • Dieser krankhafte Zustand könnte dann therapiert werden, was nur ein dazu ausgebildeter Therapeut kann und darf.
  • Der Therapeut unterliegt der Schweigepflicht.
In den hier vorliegenden Fällen lag keine der genannten Voraussetzungen vor: Weder...

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Im Laufe der weiteren Gespräche wurde deutlich, dass es sich bei dieser Maßnahme dem Charakter nach nicht um eine therapeutische Maßnahme handelt, sondern vielmehr um eine verkappte Begutachtung der Pflegeeltern. Aus dem Bericht über das Ergebnis der AFT-Maßnahme soll den Verbleib bzw. Herausnahme des Kindes abgeleitet werden.

2. Bewertung:

Gegen fachkundig durchgeführte therapeutische Maßnahmen ist bei fachlich festgestellter Erforderlichkeit grundsätzlich nichts einzuwenden, sofern der Sinn, der Zweck und der Grund für die Maßnahme klar sind und ebenso die Einhaltung der Schweigepflicht des Therapeuten gewährleistet ist. Bei einer AFT-Maßnahme ist dieses nicht gewährleistet.

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Aus dieser rechtlichen Unzulässigkeit ergibt sich auch zwingend, dass die Verweigerung einer Beteiligung an einer AFT-Maßnahme nicht zu negativen Konsequenzen, Sanktionen oder sonstigen Nachteilen führen darf.

Im Einzelnen:

Zwangsbegutachtung ist verboten! Zwangstherapie ist unzulässig!

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3. Folgen und Empfehlung

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Peter Hoffmann
Rechtsanwalt